Vor dir steht Gwanghwamun, das Haupttor des Gyeongbokgung. Das war der erste Palast, den die Joseon-Dynastie errichtete, als sie ihre Hauptstadt nach Hanyang verlegte, ins heutige Seoul. Fertig wurde er 1395, und seitdem ist die Geschichte dieses Tors die Geschichte des ganzen Landes.
1Ein Tor mit vielen Leben
König Sejong gab ihm 1426 seinen Namen. Im Jahr 1592 brannte es während der japanischen Invasionen des Imjin-Kriegs nieder, und der Palast lag mehr als zweieinhalb Jahrhunderte in Trümmern. In den 1860er-Jahren ließ der Regent Heungseon Daewongun den Gyeongbokgung samt Tor wieder aufbauen, um der Monarchie ihr Ansehen zurückzugeben.
Während der japanischen Besatzung von 1910 bis 1945 baute die Kolonialregierung ihren riesigen Amtssitz direkt dahinter, und 1927 wurde das Tor abgetragen und an die Ostseite des Palasts versetzt. Im Koreakrieg brannte sein Holzpavillon vollständig ab. 1968 entstand es in Beton neu, mit einer Tafel in Hangul, ausgerichtet am Kolonialgebäude statt am Palast.
2Die Restaurierung
Zwischen 2006 und 2010 wurde es erneut zerlegt und in Holz wiederaufgebaut, ein paar Meter weiter südlich und so gedreht, dass es wieder auf der ursprünglichen Achse liegt. Wiedereröffnet wurde es am 15. August 2010, dem Tag der Befreiung. Im Jahr 2023 wurde die Zeremonienterrasse davor, die Woldae, rekonstruiert und eine neue Tafel aufgehängt, schwarz mit goldener Schrift.
Was du siehst, ist eine junge Rekonstruktion, aber sie steht genau dort, wo die Könige einst hinaus in die Stadt zogen.
3Worauf du achten solltest
- Die Tafel von 2023 mit goldenen chinesischen Schriftzeichen auf schwarzem Grund.
- Die drei Bögen: Der mittlere war dem König vorbehalten.
- Der Berg Bugaksan, der sich dahinter erhebt und die Nord-Süd-Achse der Stadt markiert.
Belegt
Gwanghwamun wurde 1395 fertiggestellt, brannte 1592 nieder, wurde in den 1860er-Jahren wiederaufgebaut, 1927 versetzt, 1968 in Beton nachgebaut und 2010 an seinem ursprünglichen Standort in Holz rekonstruiert.
Quellen und Nachweise
Korea Heritage Service (ehemals Cultural Heritage Administration), Unterlagen zu Gyeongbokgung und Gwanghwamun; Seoul Historiography Institute, «Gyeongbokgung jungeon cheonil-ui girok» (2019); Todd A. Henry, «Assimilating Seoul» (University of California Press, 2014).
Fotos:
- Das Tor Gwanghwamun mit steinernem Unterbau mit drei Bögen und hölzernem Pavillon mit Doppeldach, am Ende einer Allee mit Zebrastreifen, dahinter Berge: Huntsmanleader, CC0.
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