Vor dir liegt der Longshan-Tempel, das spirituelle Herz von Bangka. Einwanderer aus drei Kreisen von Quanzhou bauten ihn zwischen 1738 und 1740. Geweiht ist er vor allem Guanyin, der buddhistischen Göttin der Barmherzigkeit, doch er beherbergt viele weitere Gottheiten.
1Der leuchtende Beutel
Der Überlieferung nach hängte ein Reisender einen kleinen Beutel mit Weihrauch aus dem Longshan-Tempel seiner Heimat an einen Bambusstängel und vergaß ihn. Nachts sahen die Einheimischen ihn leuchten und begannen, ihn zu verehren.
So erklärt die Legende, warum der Tempel hier steht. Belegt ist, dass er mehrfach neu gebaut wurde: nach einem Erdbeben 1815, nach einem Taifun 1867 und zwischen 1919 und 1924 durch Baumeister Wang Yi-shun, der ihm sein heutiges Aussehen gab.
2Eine Bombe und eine Statue
Ende Mai 1945 zerstörte ein alliierter Luftangriff die Haupthalle. Man erzählt, das Bildnis der Guanyin sei unversehrt in den Trümmern gefunden worden, eine Geschichte, die die Verehrung nur noch vertiefte. Die Halle wurde zwischen 1953 und 1959 wieder aufgebaut.
3Wie man die Götter befragt
Beobachte die Gläubigen, die zwei rote, sichelförmige Holzklötzchen auf den Boden fallen lassen: Das sind die Jiaobei. Landet eines mit der flachen und das andere mit der gewölbten Seite nach oben, lautet die Antwort „Ja“. Zeigen beide die flache Seite, lacht der Gott, und man muss neu fragen; zeigen beide die gewölbte Seite, heißt es „Nein“. Viele wiederholen die Frage, bis sie dreimal hintereinander ein „Ja“ bekommen.
4Worauf du achten solltest
- Die Drachensäulen aus Bronze am Eingang, die ersten ihrer Art in Taiwan.
- Die Dächer, bedeckt mit Figuren aus farbiger Keramik und Glas.
- Die Jiaobei-Klötzchen, die vor den Altären auf den Boden klappern.
Belegt
Der Tempel wurde zwischen 1738 und 1740 erbaut und zwischen 1919 und 1924 von Wang Yi-shun erneuert; seine Haupthalle wurde 1945 bei einem Luftangriff zerstört und zwischen 1953 und 1959 wieder aufgebaut.
Mündliche Überlieferung
Der nachts leuchtende Weihrauchbeutel und das wundersame Überdauern des Guanyin-Bildnisses 1945 sind überlieferte Erzählungen.
Quellen und Nachweise
Bangka Lungshan Temple, Geschichte des Tempels (offizielle Website); Bureau of Cultural Heritage, Kulturministerium, Denkmaleintrag; Li Qianlang, „Guide to the Historic Monuments of Taipei“ (1998).
Fotos:
- Haupthalle des Longshan-Tempels mit geschwungenen, drachenbesetzten Dächern und Gläubigen im Hof: Bernard Gagnon, CC BY-SA 3.0.
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