Vor dir steht das Haus, in dem Rembrandt van Rijn fast zwanzig Jahre lebte und arbeitete. Es wurde um 1606 gebaut, und 1639 kaufte es der Maler, damals Amsterdams gefragtester Porträtist, für 13.000 Gulden, ein Vermögen. Er konnte es nie ganz abbezahlen.
1Jahre des Ruhms und des Verlusts
Hier wurde 1641 sein Sohn Titus geboren, und hier starb im Jahr darauf seine Frau Saskia. In diese Zeit fällt auch die Vollendung der „Nachtwache“ im Jahr 1642. Mit seinen Schülern arbeitete er im Atelier im Obergeschoss, und in einem Zimmer bewahrte er seine berühmte Sammlung auf: exotische Muscheln, Waffen, antike Büsten, Drucke anderer Meister. Er sammelte leidenschaftlich und gab mehr aus, als er einnahm.
1656 wurde er für zahlungsunfähig erklärt. Seine Gläubiger ließen alles im Haus erfassen, Zimmer für Zimmer. Dieses Dokument, für ihn so traurig, ist ein Schatz für die Historiker: Dank ihm konnte das Museum, das hier 1911 eröffnete, die Räume rekonstruieren. 1658 wurde das Haus versteigert, und Rembrandt zog in ein bescheidenes Haus im Jordaan.
Das Inventar seines Ruins ist heute der Grundriss des Hauses.
2Ein gemischtes Viertel
Die Jodenbreestraat, die „Breite Judenstraße“, lag im Herzen des jüdischen Viertels. Rembrandt hatte sephardische Nachbarn und porträtierte Mitglieder der Gemeinde. Viele seiner biblischen Figuren ließ er sich von Menschen eingeben, die er auf der Straße sah.
3Worauf du achten solltest
- Die Jahreszahl „1606“ an der Fassade und die grünen und roten Fensterläden, die an das Aussehen im 17. Jahrhundert erinnern.
- Die Gracht Oudeschans dahinter, die Rembrandt jeden Tag sah.
- Der Waterlooplein gleich nebenan, einst das Handelszentrum des jüdischen Viertels.
Belegt
Rembrandt kaufte das Haus 1639 für 13.000 Gulden, wurde 1656 für zahlungsunfähig erklärt, und das Haus wurde 1658 versteigert; das Museum eröffnete 1911.
Quellen und Nachweise
Museum Het Rembrandthuis (offizielle Website und das Inventar von 1656); Stadsarchief Amsterdam; Gary Schwartz, „Rembrandt: His Life, His Paintings“ (1985).
Fotos:
- Fassade des Rembrandthauses an der Jodenbreestraat: Spider, CC BY-SA 3.0.
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