Vor dir steht das Haus, von dem aus ein großer Teil des Welthandels im 17. Jahrhundert gelenkt wurde. 1602 wurde die Niederländische Ostindien-Kompanie gegründet, die VOC: ein Unternehmen mit Aktien, eigenem Heer und dem Recht, in Asien Verträge zu schließen und Krieg zu führen. Ihre Amsterdamer Kammer, die mächtigste von allen, zog 1606 hier ein.
1Der erste Weltkonzern
Das Gebäude wird Hendrick de Keyser zugeschrieben, dem damaligen Stadtbaumeister. Es war das erste, das eigens für die Kompanie errichtet wurde, mit Sitzungssälen, Büros, Lagerhallen und einem Auktionssaal. Hier entschied man, welche Schiffe ausliefen, was eingekauft wurde und zu welchem Preis der Pfeffer, die Muskatnuss und die Nelken verkauft wurden, die aus Asien eintrafen. Die Aktionäre, viele davon einfache Bürger, verfolgten jede Neuigkeit mit Bangen.
Ein großer Teil des Reichtums, der Amsterdams Grachten schuf, ging durch diese Büros.
2Die andere Seite des Reichtums
Der Erfolg der VOC ging auf Kosten anderer Völker. 1621 eroberten Truppen der Kompanie unter Jan Pieterszoon Coen die Banda-Inseln im heutigen Indonesien, um den Muskathandel zu kontrollieren; die Bevölkerung wurde massakriert, verschleppt oder versklavt. Die Kompanie beteiligte sich auch am Sklavenhandel im Indischen Ozean. Heute diskutieren die Niederlande diese Vergangenheit offen.
Die VOC ging Ende des 18. Jahrhunderts bankrott und wurde 1799 aufgelöst. Das Gebäude gehört heute zur Universität Amsterdam.
3Worauf du achten solltest
- Die hellen Steinbänder, die sich mit dem Backstein abwechseln, typisch für De Keysers Stil.
- Der Innenhof, erreichbar von der Oude Hoogstraat.
- Die schlichtere Grachtenfront, am besten von der Brücke über die Kloveniersburgwal zu sehen.

Belegt
Die VOC wurde 1602 gegründet, und ihre Amsterdamer Kammer bezog dieses Gebäude, das 1606 fertig war und Hendrick de Keyser zugeschrieben wird; die Eroberung Bandas 1621 ist breit belegt.
Quellen und Nachweise
Universität Amsterdam, Geschichte des Oost-Indisch Huis; Rijksmuseum, Materialien zur VOC und zur Kolonialzeit; Femme Gaastra, „The Dutch East India Company: Expansion and Decline“ (2003).
Fotos:
- Gebäude der Universität Amsterdam im Komplex des Oost-Indisch Huis an der Kloveniersburgwal: Carlo Pelagalli, CC BY-SA 3.0.
- Gemälde des Innenhofs des Oost-Indisch Huis: anonymous, CC0.
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