Schau zur Ecke, auf Höhe des ersten Stocks. Unter einem kleinen Baldachin aus Eisen und Mosaik blickt die Figur eines Mädchens auf dich herab: die heilige Eulalia, die alte Schutzpatronin Barcelonas. Die kurze, steile Gasse, in der du stehst, trägt ihren Namen nach einer der grausamsten Szenen ihrer Legende.

1Dreizehn Jahre, dreizehn Foltern

Der Überlieferung nach war Eulalia ein dreizehnjähriges Mädchen, das sich während der Verfolgung unter Kaiser Diokletian im frühen 4. Jahrhundert weigerte, ihrem Glauben abzuschwören. Die Geschichte schreibt ihr dreizehn Martern zu, eine für jedes Lebensjahr. In einer davon wurde sie in ein Fass voller Glasscherben und Nägel gesperrt, das ihre Peiniger diesen Hang hinunterrollten. Deshalb heißt diese Gasse Baixada de Santa Eulàlia, der Abstieg der heiligen Eulalia.

2Was die Historiker sagen

Hier ist Vorsicht geboten. Die Verehrung der heiligen Eulalia in Barcelona ist alt und gut belegt: Ihre Gebeine werden in der Krypta der Kathedrale verehrt, wohin sie 1339 überführt wurden. Ob sie aber wirklich gelebt hat, ist umstritten. Manche Historiker vermuten, die Eulalia von Barcelona könnte eine Doppelgängerin der heiligen Eulalia von Mérida sein, deren sehr ähnliches Martyrium früher belegt ist.

Die Verehrung ist historisch; das Fass voller Glas, das diese Straße hinunterrollte, gehört zur Legende.

Die Tafel unter der Nische trägt Verse des Dichters Jacint Verdaguer über ihr Martyrium. Jedes Jahr im Februar, während der Feierlichkeiten zu Santa Eulàlia, füllt sich die Gasse mit Blumen.

3Worauf du achten solltest

  • Die Nische mit der Heiligenfigur und ihrem Baldachin aus Eisen und Mosaik.
  • Verdaguers Verse auf der Tafel darunter.
  • Das Gefälle der Gasse: Stell dir vor, wie das Fass der Geschichte sie hinunterrollt.

Belegt

Die Verehrung der heiligen Eulalia in Barcelona ist alt, und ihre Reliquien wurden 1339 in die Krypta der Kathedrale überführt; die Verse auf der Tafel stammen von Jacint Verdaguer.

Mündliche Überlieferung

Das Martyrium mit dem Glasfass, das diese Gasse hinabgerollt wurde, gehört zur Legende, und die historische Existenz der Heiligen von Barcelona ist selbst umstritten.

Quellen und Nachweise

Stadtverwaltung Barcelona, „La llegenda de Santa Eulàlia“ (Website des Festes); Kathedrale von Barcelona, Krypta der heiligen Eulalia; Joan Amades, „Costumari català“.

Fotos:

  • Die Nische der heiligen Eulalia an der Ecke der Baixada de Santa Eulàlia: Enric, CC BY-SA 4.0.

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