Vor dir liegt der Bebelplatz, einer der harmonischsten Plätze Berlins und zugleich einer seiner eindringlichsten Orte des Gedenkens. Such die Glasscheibe im Boden in der Mitte und wirf einen Blick hinein.
1Das Forum Friedrichs des Großen
Mitte des 18. Jahrhunderts wollte Friedrich II. hier ein großartiges Forum der Künste und der Wissenschaft schaffen. Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff baute die Oper, die 1742 eröffnet wurde. Im Hintergrund erhob sich die katholische St.-Hedwigs-Kathedrale, dem Pantheon in Rom nachempfunden. Und im Westen steht die Alte Bibliothek, die die Berliner wegen ihrer geschwungenen Fassade „Kommode“ nennen. Gegenüber, auf der anderen Seite von Unter den Linden, liegt die Humboldt-Universität.
2Die Nacht der Bücher
Am 10. Mai 1933 verbrannten nationalsozialistische Studenten auf diesem Platz rund 20.000 Bücher von Autoren, die als „undeutsch“ gebrandmarkt waren: Heinrich Mann, Erich Kästner, Sigmund Freud und viele andere. Joseph Goebbels hielt vor dem Scheiterhaufen eine Rede.
Unter dem Glas befindet sich das Denkmal „Bibliothek“ des israelischen Künstlers Micha Ullman, 1995 eingeweiht: ein weißer Raum mit leeren Regalen, Platz für etwa 20.000 Bände. Hineingehen kannst du nicht. Du kannst nur sehen, was fehlt.
„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Heinrich Heine, Almansor (1821)
Heine schrieb diese Worte mehr als ein Jahrhundert früher. Heute stehen sie auf einer Tafel neben dem Denkmal.
3Worauf du achten solltest
- Die leeren Regale unter dem Glas; nachts sind sie beleuchtet.
- Die Tafel mit Heines Zitat, in den Boden eingelassen.
- Die geschwungene Fassade der „Kommode“ auf der Westseite.

Belegt
Am 10. Mai 1933 wurden hier Bücher verfolgter Autoren verbrannt; Micha Ullmans Denkmal wurde 1995 eingeweiht.
Quellen und Nachweise
Stiftung Topographie des Terrors und Senatsverwaltung für Kultur, Eintrag zum Denkmal der Bücherverbrennung; Staatsoper Unter den Linden, Geschichte des Hauses (staatsoper-berlin.de); Heinrich Heine, Almansor (1821).
Fotos:
- Der Bebelplatz mit Staatsoper und Alter Bibliothek: Steven1991, CC BY-SA 4.0.
- Die Glasplatte des Denkmals zur Bücherverbrennung: Wolfsraum, CC BY-SA 3.0.
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