Vor dir steht eine der ältesten Kirchen Bogotás und vielleicht die, die am engsten mit dem Tod verbunden ist. Nicht wegen Gespenstergeschichten, sondern wegen einer ganz realen Aufgabe: Verurteilte zum Schafott zu begleiten und zu begraben.
1Die Bruderschaft der Hingerichteten
Die erste Kapelle entstand im 16. Jahrhundert, kurz nach der Gründung der Stadt. Eine Tafel an der Nordfront nennt das Jahr 1546, andere Quellen sprechen von 1575. Zwischen 1631 und 1664 erweiterte die Bruderschaft vom Heiligen Kreuz sie. Diese Bruderschaft hatte eine düstere Aufgabe: den Verurteilten in ihren letzten Stunden beizustehen und sie in der Gruft der Kirche zu bestatten.
2Das Jahr des Schreckens
1816 eroberte das Heer von Pablo Morillo Neugranada für Ferdinand VII. zurück. Es folgten Standgerichte, Beschlagnahmungen und die Hinrichtung der Anführer der ersten Republik, darunter Camilo Torres und der Naturforscher Francisco José de Caldas. Zwischen Juni und November jenes Jahres wurden hier rund 80 hingerichtete Patrioten beigesetzt.
Im November 1817 landete auch der Leichnam von Policarpa Salavarrieta im Massengrab von La Veracruz, bevor ihre Brüder ihn nach San Agustín überführten.
Wegen dieser Erinnerung wurde die Kirche Anfang des 20. Jahrhunderts zum nationalen Pantheon erklärt. Auch die Gebeine des Gründers Gonzalo Jiménez de Quesada machten 1597 auf dem Weg zur Kathedrale hier vorübergehend Station. Ihm begegnest du später auf dieser Route wieder.
Das Erdbeben von 1827 beschädigte das Gebäude schwer. Die Arbeiten von 1910 nach Plänen von Julián Lombana gaben ihm weitgehend sein heutiges Aussehen.
3Worauf du achten solltest
- Die Nische mit der heiligen Helena, der die christliche Überlieferung die Auffindung des Wahren Kreuzes zuschreibt.
- Die Tafel an der Nordfront, mit dem Jahr 1546.
- Das Franziskanerensemble: San Francisco auf der einen Seite und die Kirche La Tercera auf der anderen.
Belegt
Zwischen Juni und November 1816 wurden rund 80 während der Reconquista hingerichtete Patrioten von der Bruderschaft in der Gruft dieser Kirche beigesetzt.
Quellen und Nachweise
Erzdiözese Bogotá, «La Veracruz: reseña histórica»; Alberto Escovar, «Guía Bogotá Centro», Guías Elarca de Arquitectura, Bd. IV (2010); José Manuel Restrepo, «Historia de la revolución de la República de Colombia» (1827).
Fotos:
- Die Kirche La Veracruz, weiß, mit rot gedecktem Turm, an der Carrera 7: Felipe Restrepo Acosta, CC BY-SA 3.0.
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