Wenn du auf der Suche nach Dracula hergekommen bist, bist du richtig, nur nicht so, wie du denkst. Vlad III., Fürst der Walachei, hatte hier seine Residenz, und von hier aus unterzeichnete er 1459 die älteste Urkunde, die Bukarest beim Namen nennt. Was du nicht finden wirst, ist ein Vampir.
1Wer war Vlad III.?
Sein Vater, Vlad II., trat 1431 dem Drachenorden bei, einem Ritterorden, den Kaiser Sigismund gegründet hatte; daher bekam er den Beinamen Dracul, „der Drache“, und sein Sohn wurde zu Drăculea, „Sohn des Drachen“. Vlad III. herrschte dreimal und wurde für seine Grausamkeit gegenüber Feinden und Adligen berüchtigt: Der Beiname Țepeș, „der Pfähler“, taucht erst in Quellen auf, die nach seinem Tod geschrieben wurden. Er fiel Ende 1476 oder Anfang 1477 im Kampf. Wo er begraben liegt, ist bis heute ein Rätsel; die Überlieferung nennt das Kloster Snagov nördlich von Bukarest, doch Ausgrabungen haben das nicht bestätigt.
Der Vampir ist eine andere Geschichte: Ihn erfand der irische Schriftsteller Bram Stoker in seinem Roman Dracula von 1897, der sich den Namen des Fürsten borgte und ihn nach Siebenbürgen versetzte.
2Bucur und die Tunnel
Eine Legende erzählt, die Stadt sei von einem Hirten namens Bucur gegründet worden und ihr Name klinge an das Wort bucurie an, „Freude“. Eine andere, oft wiederholt, berichtet von geheimen Tunneln, die den Alten Hof mit Kirchen und Herbergen verbinden. Keller gibt es unter der Altstadt sicher; ein Netz von Gängen hat dagegen noch niemand nachgewiesen.
3Worauf du achten solltest
- Die Büste Vlads III. mit Mütze und Schnurrbart.
- Die Backsteinkeller, die viele ohne jeden Beleg „Draculas Verliese“ nennen.
- Die Kirche von 1559 neben den Ruinen.
Belegt
Belegt sind die Residenz Vlads III. in Bukarest und seine Urkunde von 1459, die Aufnahme Vlads II. in den Drachenorden 1431 und Bram Stokers Roman von 1897.
Mündliche Überlieferung
Die Gründung durch den Hirten Bucur, die Tunnel unter der Altstadt, „Draculas Verliese“ und das Grab in Snagov gehören zu Überlieferung und Legende.
Quellen und Nachweise
Muzeul Municipiului București, Eintrag zur Curtea Veche; Radu R. Florescu und Raymond T. McNally, Dracula: Prince of Many Faces (Little, Brown, 1989); Matei Cazacu, Dracula (Brill, 2017).
Fotos:
- Kirche des Alten Hofs mit gestreiften Mauern aus Backstein und Naturstein, Turm und Garten: DimiTalen, CC0.
- Backsteinruinen des Alten Fürstenhofs in Bukarest mit der Büste Vlads III.: Stefan Jurca from Munich, Germany, CC BY-SA 2.0.
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