Vor dir steht die Kirche, in der die Gebeine von Petrus Claver ruhen, dem Mann, der sich „Sklave der Schwarzen“ nannte. Um ihn zu verstehen, musst du dir vor Augen halten, was Cartagena im 17. Jahrhundert war: einer der größten Ankunftshäfen für versklavte Menschen in ganz Spanisch-Amerika.

1Der Hafen des Sklavenhandels

Die Schiffe kamen nach wochenlanger Überfahrt von den Küsten West- und Zentralafrikas. In ihren Laderäumen reisten Hunderte Männer, Frauen und Kinder in Ketten, krank und voller Angst. Viele starben schon unterwegs. Die Überlebenden wurden in der Stadt verkauft oder weiter in Minen, auf Plantagen und in andere Kolonien geschickt. Es war ein System der Gewalt in riesigem Ausmaß, das die Menschen der Karibik für immer geprägt hat.

2Claver in den Laderäumen

Petrus Claver wurde 1580 im katalanischen Verdú geboren und kam 1610 nach Cartagena. Nach dem Vorbild des Jesuiten Alonso de Sandoval ging er an Bord, sobald ein Sklavenschiff gemeldet wurde, mit Dolmetschern, Wasser, Obst und Arznei. Er versorgte Wunden, taufte und blieb bei den Sterbenden. Als er 1622 seine letzten Gelübde ablegte, setzte er unter seine Unterschrift: „Sklave der Schwarzen für immer“.

Die Sklaverei konnte er nicht beenden, aber er weigerte sich wegzuschauen.

Er starb 1654 hier und wurde 1888 heiliggesprochen. Heute ist er in Kolumbien der Schutzpatron der Menschenrechte.

3Worauf du achten solltest

  • Die Fassade aus Korallenstein: Such in den Blöcken nach winzigen Meeresfossilien.
  • Die Skulpturen auf dem Platz, die traditionelle Handwerke zeigen.
  • Die Stadtmauer dahinter, die einst Stadt und Hafen voneinander trennte.

Belegt

Petrus Claver kam 1610 nach Cartagena, kümmerte sich jahrzehntelang im Hafen um versklavte Afrikaner, starb 1654 und wurde 1888 heiliggesprochen.

Quellen und Nachweise

Alonso de Sandoval, «De instauranda Aethiopum salute» (1627); Ángel Valtierra, «San Pedro Claver, el santo que liberó una raza» (1980); Santuario San Pedro Claver, Gesellschaft Jesu.

Fotos:

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