Sieh dir das Portal an, das aus der Fassade hervorspringt: Es ist eines der ältesten monumentalen Eingangsportale Kairos. Der Kalif al-Aziz begann diese Moschee im Jahr 990, und sein Sohn al-Hakim stellte sie fertig und weihte sie im Ramadan 1013 ein.

1Ein rätselhafter Kalif

Al-Hakim bestieg 996 mit gerade einmal elf Jahren den Thron und regierte ein Vierteljahrhundert lang mit einer Flut verblüffender Erlasse. Die Chronisten berichten, er habe die Molochia verboten, den grünen Blätter-Eintopf, den heute ganz Ägypten isst, dazu bestimmte Fische und Spiele. Er verfolgte Christen und Juden und ließ Kirchen und Synagogen zerstören; Jahre später erlaubte er ihren Wiederaufbau.

In einer Februarnacht des Jahres 1021 ritt er auf seinem Esel in die Muqattam-Hügel hinaus und kehrte nie zurück. Laut den Chronisten fand man nur das Tier und seine Kleider. Was geschehen war, wurde nie geklärt, und die Drusen, die sich um seine Gestalt herum gebildet haben, glauben, dass er nicht gestorben ist, sondern sich verborgen hält.

2Tausend Jahre Nutzung

Um 1010 wurden die Minarette mit großen quadratischen Bastionen ummantelt, und 1087 wurde die Moschee in die neue Stadtmauer eingebaut. Später überstand sie 1303 ein Erdbeben, diente den Franzosen als Kaserne, beherbergte 1890 das erste Museum für islamische Kunst der Stadt und wurde im 20. Jahrhundert zur Schule. 1980 ließ die Gemeinschaft der Bohra sie von Grund auf wieder aufbauen, mit dem weißen Marmor, den du siehst, wenn du den Hof betrittst.

3Worauf du achten solltest

  • Das Hauptportal mit Blendbögen und geschnitzten Tafeln.
  • Die Minarette, eingefasst in ihre Bastionen von 1010.
  • Der Anschluss an die Mauer neben dem Bab al-Futuh.

Belegt

Die Moschee wurde 990 begonnen und 1013 eingeweiht; al-Hakim verschwand 1021, und sein Leichnam wurde nie gefunden.

Mündliche Überlieferung

Der Glaube der Drusen, al-Hakim sei nicht gestorben, sondern halte sich verborgen, ist eine religiöse Überzeugung und keine historische Tatsache.

Quellen und Nachweise

Paul E. Walker, „Caliph of Cairo: Al-Hakim bi-Amr Allah, 996-1021“ (2009); Jonathan M. Bloom, „The Mosque of al-Hakim in Cairo“, Muqarnas, Bd. 1 (1983); Doris Behrens-Abouseif, „Islamic Architecture in Cairo“ (1989).

Fotos:

  • Monumentales Portal der al-Hakim-Moschee mit Blendbögen und Zinnen: R Prazeres, CC BY-SA 4.0.

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