Du hast Kairo auf der al-Muski-Straße zur Hälfte durchquert und bist ins Gassengewirr eingetaucht. Hör zu: Feilschen, Hämmer auf Kupfer, Teeverkäufer, die ihre Tabletts balancieren. So klingt der Khan el-Khalili schon seit mehr als sechs Jahrhunderten.

1Ein Basar auf einem Grab

Ein Khan war ein Haus für Kaufleute, unten mit Lagerräumen, oben mit Unterkünften. Dieser wurde zwischen 1382 und 1389 von Jaharkas al-Khalili gegründet, dem Stallmeister von Sultan Barquq. Um Platz zu schaffen, ließ er das Mausoleum der fatimidischen Kalifen abreißen und, so al-Maqrizi, ihre Gebeine auf die Müllhügel östlich der Stadt werfen.

Um 1511 ließ Sultan al-Ghuri die Anlage neu aufbauen. Aus dieser Zeit stammt das Bab al-Badistan, das große Steintor, das noch heute in eine der Gassen führt.

2Kaffee und Romane

In einer schmalen Passage findest du das El Fishawy, ein Café aus Spiegeln und Messingtischen, das nach Angaben der Besitzerfamilie im späten 18. Jahrhundert eröffnet wurde. Der Nobelpreisträger Nagib Mahfus, der in diesem Viertel aufwuchs, war dort jahrelang Stammgast und verlegte seine Romane „Khan al-Khalili“ und „Die Midaq-Gasse“ (1947) in diese Gegend.

Neben dem Basar erhebt sich die al-Hussein-Moschee. Der Überlieferung nach birgt sie den Kopf von al-Husain, dem Enkel des Propheten, der 1153 aus Askalon hierhergebracht wurde.

Lass dir Zeit: Das Schönste an diesem Basar ist, sich ein wenig zu verlaufen.

3Worauf du achten solltest

  • Das Bab al-Badistan mit seiner mamlukischen Inschrift.
  • Die Spiegel des Cafés El Fishawy.
  • Die Werkstätten, in denen vor aller Augen Messing ziseliert wird.

Belegt

Jaharkas al-Khalili gründete den Khan zwischen 1382 und 1389 an der Stelle des fatimidischen Mausoleums, und al-Ghuri ließ ihn um 1511 neu aufbauen.

Mündliche Überlieferung

Dass die al-Hussein-Moschee den Kopf des Prophetenenkels birgt, ist ein überlieferter Glaube; die Überführung der Reliquie aus Askalon im Jahr 1153 ist belegt.

Quellen und Nachweise

Al-Maqrizi, „Khitat“ (15. Jahrhundert); André Raymond, „Le Caire“ (1993); Naguib Mahfouz, „Midaq Alley“ (1947).

Fotos:

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