Vor dir liegt der Hafen von Nizza. Das Kuriose daran: Hier gab es gar kein Meer. Das Wasser füllt ein altes Sumpfgebiet, das am Fuß des Burgbergs von Hand ausgehoben wurde.
1Ein Hafen für das Königreich
Bis ins 18. Jahrhundert ankerten die Schiffe vor dem Strand von Nizza oder suchten Schutz im benachbarten Villefranche. 1748 beschloss König Karl Emanuel III. von Sardinien, der Stadt einen richtigen Hafen zu geben, und am 22. Juli 1750 wurde der erste Senkkasten für die äußere Mole versenkt. Die Erweiterungsarbeiten zogen sich über mehr als anderthalb Jahrhunderte hin.
Der Name stammt von der Quelle Lympia, die in diesem feuchten Tal einen kleinen See speiste. Rund um das Becken wuchs ein neues, planmäßig angelegtes Viertel: die Place de l'Île-de-Beauté, früher Place Cassini, mit ihren Arkaden und rotockerfarbenen Fassaden.
Garibaldi wurde 1807 in einem der Häuser am alten Hafen geboren; es wurde im 19. Jahrhundert für die Hafenerweiterung abgerissen.
Die Kirche Notre-Dame-du-Port, 1853 geweiht, ist der Jungfrau Maria gewidmet, der Schutzpatronin der Seeleute. Ihre Front im Stil eines griechischen Tempels, die Arkadenfassaden und die Treppe Truchi stehen seit 1991 unter Denkmalschutz. Heute legen hier die Fähren nach Korsika ab, dem nächsten Land jenseits des Meeres.
2Worauf du achten solltest
- Die „Pointus“, die traditionellen bemalten Holzboote.
- Notre-Dame-du-Port mit ihrem Säulenportikus.
- Die roten Fassaden der Place de l'Île-de-Beauté.
Belegt
König Karl Emanuel III. beschloss 1748 den Bau des Hafens, die Arbeiten begannen 1750; Notre-Dame-du-Port wurde 1853 geweiht.
Quellen und Nachweise
Französische Wikipedia, „Port Lympia“; Ports Nice Côte d'Azur (CCI Nice Côte d'Azur), Geschichte des Hafens; Ministère de la Culture, Datenbank Mérimée (Unterschutzstellung 1991).
Fotos:
- Bunte Fischerboote aus Holz, die Pointus, im Hafen Port Lympia: Myrabella, CC BY-SA 3.0.
- Die Kirche Notre-Dame-du-Port mit ihrer klassischen Tempelfront am Hafen: Zairon, CC BY-SA 4.0.
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