Vor dir liegt der Eingang zum Gōngwángfǔ, der Residenz des Prinzen Gong. Es ist der am besten erhaltene Adelssitz Pekings, doch seine Geschichte beginnt mit einem Mann, der kein Prinz war: Heshen.

1Qianlongs Günstling

Heshen war ein junger mandschurischer Gardist, als er um 1775 Kaiser Qianlong auffiel. Innerhalb weniger Jahre häufte er Ämter, Titel und ein riesiges Vermögen an. Sein Sohn heiratete die Lieblingstochter des Kaisers, und in den 1780er-Jahren entstand hier eine große Residenz für das Paar und für Heshen selbst.

2Der Sturz

Heshens Macht sollte nur so lange halten wie sein Beschützer. Qianlong starb im Februar 1799, und nur wenige Tage später ließ sein Sohn, Kaiser Jiaqing, den Minister verhaften, erhob gegen ihn Anklage wegen zwanzig Verbrechen und befahl ihm, sich das Leben zu nehmen. Sein Besitz wurde beschlagnahmt. Damals entstand ein Spruch, den man bis heute hört: „Heshen fiel, und Jiaqing aß sich satt.“ Die Zahlen, die über sein Vermögen kursieren, etwa dass es fünfzehn Jahren Staatseinnahmen entsprochen habe, haben keine verlässliche Grundlage.

Mitte des 19. Jahrhunderts ging das Haus an Prinz Gong über, einen Bruder des Kaisers Xianfeng, und erhielt seinen Namen.

In einer Grotte im Garten steht eine Stele mit dem Zeichen 福, „Glück“, das Kaiser Kangxi zugeschrieben wird. Der Überlieferung nach hat Heshen sie heimlich aus dem Palast geschafft.

Kein Dokument beweist es, doch Tausende Besucher berühren sie jeden Tag, um ein bisschen Glück mitzunehmen.

3Worauf du achten solltest

  • Der Felsblock mit den roten Zeichen 恭王府 auf dem Platz.
  • Die grauen Dächer der Eingangspavillons, typisch für eine Prinzenresidenz.
  • Die Grotte im Steingarten auf dem Foto, in der die „Fu“-Stele steht.
Der Steingarten aus porösen Felsen mit einer Grotte im Garten der Residenz des Prinzen Gong
Die Grotte, in der die Stele mit dem Zeichen „fu“ steht.

Belegt

Die Residenz wurde in den 1780er-Jahren für Heshen und Prinzessin Hexiao gebaut; Heshen wurde 1799 verurteilt, und das Haus ging Mitte des 19. Jahrhunderts an Prinz Gong über.

Mündliche Überlieferung

Dass Heshen Kangxis „Fu“-Stele gestohlen und in seinem Garten versteckt habe, ist eine Überlieferung ohne dokumentarischen Beleg.

Quellen und Nachweise

Museum der Residenz des Prinzen Gong, offizielle Informationen; Arthur W. Hummel (Hrsg.), „Eminent Chinese of the Ch'ing Period“ (1943), Eintrag zu Heshen; Städtisches Amt für Kulturerbe Peking.

Fotos:

  • Der Eingangsplatz der Residenz des Prinzen Gong mit einem Felsblock, in den rote Schriftzeichen gemeißelt sind: Hermann Luyken, CC0.
  • Der Steingarten aus porösen Felsen mit einer Grotte im Garten der Residenz des Prinzen Gong: Temlsth, CC BY-SA 3.0.

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