Schau dir dieses Steingebäude an der Ecke an. Von außen wirkt es wie ein Palast aus dem frühen 20. Jahrhundert, und das ist es auch. Doch drinnen stecken drei Jahrhunderte Stadtgeschichte, darunter eines der tragischsten Kapitel Quitos.
1Eine Jesuitenuniversität
1622 eröffneten die Jesuiten hier die Universität San Gregorio Magno. Nach ihrer Vertreibung 1767 blieb das Haus eine Universität. Nach der akademischen Überlieferung der Stadt kursierten in ihren Hörsälen und Gesprächsrunden die aufklärerischen Ideen von Eugenio Espejo, einem mestizischen Arzt und Journalisten, der als Vordenker der Unabhängigkeit gilt. In denselben Räumen arbeiteten im 18. Jahrhundert die Forscher der Französischen Geodätischen Mission, die die Erde am Äquator vermaßen. Und am 13. Mai 1830 wurde hier die Urkunde unterzeichnet, mit der sich Quito von Großkolumbien löste: die Geburtsstunde Ecuadors.
2Der 2. August 1810
Zum Komplex gehörte die königliche Kaserne von Lima, in der die Patrioten der Junta von 1809 gefangen saßen. Am 2. August 1810 stürmte eine Gruppe von Quiteños die Kaserne, um sie zu befreien. Die Soldaten antworteten, indem sie die Gefangenen in ihren Zellen töteten, und die Kämpfe griffen auf die Straßen über. Zwischen zwei- und dreihundert Menschen starben, etwa ein Prozent der Stadt.
Unter den Opfern war Juan de Dios Morales, dessen Name heute der offizielle Name der Gasse La Ronda ist.
Heute beherbergt das Gebäude das Museo Alberto Mena Caamaño, das das Massaker mit Wachsfiguren nachstellt.
3Worauf du achten solltest
- Die Steinfassade, ab 1914 von Francisco Espinosa Acevedo entworfen.
- Die Kuppel von La Compañía, die gleich nebenan hervorlugt: Beide Gebäude bildeten einst einen einzigen Jesuitenkomplex.
- Die Ecke zur Plaza Grande, über die 1810 die Angreifer liefen.
Belegt
Das Gebäude beherbergte ab 1622 die Jesuitenuniversität, und die in der ehemaligen königlichen Kaserne von Lima gefangenen Patrioten wurden dort am 2. August 1810 getötet.
Quellen und Nachweise
Centro Cultural Metropolitano und Museo Alberto Mena Caamaño (Kulturamt von Quito); Federico González Suárez, «Historia general de la República del Ecuador»; Enrique Ayala Mora (Hrsg.), «Nueva historia del Ecuador».
Fotos:
- Steinfassade des Centro Cultural Metropolitano an der Calle García Moreno: Ranoutofusername, CC BY-SA 4.0.
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