Vor dir fließt der Canale di Cannaregio, nach dem Canal Grande der breiteste Kanal der Stadt. Heute kommen Züge und Autos über den Ponte della Libertà. Doch bevor 1846 die Eisenbahn eröffnet wurde, war dieser Kanal das große Wassertor zum Festland: Hier fuhren die Boote ein, beladen mit Waren aus Mestre und von den Flüssen des Veneto. Selbst den Namen des Viertels, Cannaregio, bringt die Überlieferung mit diesem Kanal in Verbindung.

1Eine Brücke mit eigenem Namen

Schon ab 1285 stand hier eine Holzbrücke. Die heutige Steinbrücke wurde 1580 gebaut, wie ihre Inschriften festhalten. Sie wurde mehrfach restauriert, und laut Studien über die venezianischen Brücken erhielt sie erst bei den Arbeiten im 19. Jahrhundert die Spitztürmchen, die Guglie, denen sie ihren Namen verdankt. Keine andere Brücke Venedigs ist so geschmückt. Sieh dir die Fratzen am Schlussstein an: Die Venezianer brachten sie an Brücken und Portalen an, um das Böse abzuwehren.

2Fondamenta und Rio terà

Die steinernen Uferwege entlang des Kanals heißen Fondamenta, weil sie auf den Fundamenten der Häuser ruhen. Und die breite Straße, die vom Bahnhof kommt, ist ein Rio terà: ein alter, mit Erde zugeschütteter Kanal. Wann immer du auf einem Nizioleto „Rio terà“ liest, stell dir das Wasser vor, das dort einst floss.

Von hier führt eine schmale Gasse durch einen überdachten Durchgang ins Ghetto. Such sie auf der Fondamenta, nur ein paar Schritte entfernt.

3Worauf du achten solltest

  • Die vier Guglie an den Enden der Brücke.
  • Die gemeißelten Köpfe am Bogen.
  • Die Inschriften mit den Jahreszahlen von Bau und Restaurierung.

Belegt

Die Steinbrücke über den Canale di Cannaregio stammt laut ihren Inschriften von 1580; eine ältere Holzbrücke ist ab 1285 belegt, restauriert wurde sie im 17., 18. und 19. Jahrhundert.

Quellen und Nachweise

Tiziano Rizzo, «I ponti di Venezia» (Newton Compton, 1983); Italienische Wikipedia, «Ponte delle Guglie»; Giuseppe Tassini, «Curiosità veneziane» (1863).

Fotos:

  • Der Ponte delle Guglie über den Canale di Cannaregio mit seinen steinernen Spitztürmchen: Marc Ryckaert, CC BY-SA 4.0.

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