Willkommen am einzigen Ort Venedigs, der Piazza heißt: Jeder andere Platz ist ein Campo. Die Arkaden ringsum sind die Procuratie, Sitz der Prokuratoren von San Marco, der hohen Beamten, die die Basilika und ihren Besitz verwalteten.
1Ein gestohlener Heiliger
828 schmuggelten zwei venezianische Kaufleute, Buono da Malamocco und Rustico da Torcello, den Leichnam des Evangelisten Markus aus Alexandria heraus. Der Überlieferung nach versteckten sie ihn unter Schweinefleisch, damit die muslimischen Kontrolleure nicht nachsahen. Für ihn wurde die Basilika gebaut. Die heutige Kirche wurde 1063 begonnen und 1094 geweiht. Schau auf den Bogen ganz links: Sein Mosaik aus dem 13. Jahrhundert ist das einzige alte, das an der Fassade erhalten ist, und es zeigt, wie der Leichnam in die Kirche getragen wird.
Die Bronzepferde kamen nach der Plünderung von 1204 aus Konstantinopel. Napoleon ließ sie 1797 nach Paris bringen, 1815 kehrten sie zurück. Die an der Fassade sind Kopien: Die Originale stehen drinnen, im Museum.
2„Com'era, dov'era“
Am 14. Juli 1902 fiel der Glockenturm in sich zusammen. Niemand kam ums Leben. Die Stadt beschloss, ihn „wie er war, wo er war“ wieder aufzubauen, und am 25. April 1912, dem Markustag, wurde er wiedereröffnet. Die Venezianer nennen ihn el paròn de casa, den Hausherrn.
Ein praktischer Hinweis: An bestimmten Tagen im Frühling und Sommer müssen Tagesbesucher in der Regel einen Contributo di accesso zahlen, eine Eintrittsgebühr. Prüf vor deinem Besuch den Kalender auf der offiziellen Website der Stadt.
3Worauf du achten solltest
- Das Mosaik am linken Bogen der Basilika.
- Die vier Pferde über dem Hauptportal.
- Der goldene Engel auf der Spitze des Glockenturms.

Belegt
Die heutige Basilika wurde 1094 geweiht, um den 828 aus Alexandria gebrachten Leichnam des heiligen Markus aufzunehmen; der Glockenturm stürzte am 14. Juli 1902 ein und wurde am 25. April 1912 wiedereröffnet.
Mündliche Überlieferung
Dass der Leichnam des Heiligen unter Schweinefleisch versteckt wurde, um die Kontrolleure zu täuschen, ist eine überlieferte Erzählung.
Quellen und Nachweise
Procuratoria di San Marco, offizielle Website des Markusdoms; Otto Demus, «The Church of San Marco in Venice» (Dumbarton Oaks, 1960); Comune di Venezia, Portal zum Contributo di accesso.
Fotos:
- Der Markusplatz mit dem Markusdom im Hintergrund und dem Glockenturm aus Backstein: Armin Kleiner, CC BY-SA 4.0.
- Ein Berg aus Trümmern des Campanile von San Marco nach dem Einsturz 1902: Autor desconocido, Dominio público.
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