Vor dir öffnet sich eine Straße mit Glasdach, die 1847 eine echte Revolution war. Lange bevor es Kaufhäuser gab, konnten die Brüsseler hier auch bei Regen von Schaufenster zu Schaufenster flanieren.

1Ein kühnes Projekt

Der Architekt Jean-Pierre Cluysenaar musste ein Gewirr von Gassen beseitigen, um diese gerade Achse anzulegen. König Leopold I. legte 1846 den Grundstein, und am 20. Juni 1847 wurden die Galerien eingeweiht. Es sind drei miteinander verbundene Abschnitte: die Galerie du Roi, die Galerie de la Reine und die kleine Galerie des Princes. Die beiden großen messen zusammen 213 Meter, unter einem Gewölbe aus Glas und Eisen.

2Premieren unter Glas

Am 1. März 1896, nur Wochen nach Paris, fand in der Galerie du Roi Nummer 7 die erste öffentliche Vorführung des Kinematographen der Brüder Lumière in Belgien statt. Und in der Galerie de la Reine eröffnete Jean Neuhaus 1857 sein Geschäft; nach Angaben des Unternehmens erfand dort 1912 sein Enkel die gefüllte Praline.

Hier kaufte Verlaine im Juli 1873 den Revolver, mit dem er wenige Stunden später Rimbaud verletzte.

Die Galerien sind bis heute ein Ort zum Flanieren, mit Buchhandlungen, Handschuhmachern, Theatern und historischen Cafés.

3Worauf du achten solltest

  • Das Glasgewölbe, rund 18 Meter über dem Boden.
  • Die hölzernen Ladenfronten, eingerahmt von Pilastern.
  • Das Neuhaus-Geschäft in der Galerie de la Reine.
Innenansicht der Galeries Royales Saint-Hubert unter dem Glasdach
Die Galerie de la Reine unter ihrem Gewölbe aus Glas und Eisen.

Belegt

Die Galerien von Jean-Pierre Cluysenaar wurden am 20. Juni 1847 eingeweiht; am 1. März 1896 fand hier die erste öffentliche Kinematographen-Vorführung Belgiens statt.

Mündliche Überlieferung

Die Erfindung der Praline hier im Jahr 1912 stammt aus der Firmengeschichte von Neuhaus selbst.

Quellen und Nachweise

Galeries Royales Saint-Hubert, offizielle Website (grsh.be); Neuhaus, „Made in Belgium since 1857“ (neuhauschocolates.com); französische Wikipedia, „Galeries royales Saint-Hubert“.

Fotos:

  • Eingang der Galeries Royales Saint-Hubert an der Rue du Marché aux Herbes: KoS, CC BY-SA 3.0.
  • Innenansicht der Galeries Royales Saint-Hubert unter dem Glasdach: Diego Delso, CC BY-SA 4.0.

Fehler entdeckt? Schreib uns und wir sehen es uns an.