Vor dir steht eines der meistfotografierten Gebäude Brüssels, und es ist weder Palast noch Kirche: Es ist ein Geschäft. Oder besser gesagt, es war eines.
1Ein englisches Geschäft im belgischen Stil
Old England war ein Unternehmen, das der Brüsseler Oberschicht britische Luxuswaren verkaufte. 1899 beauftragte es den Architekten Paul Saintenoy mit seinem neuen Kaufhaus, und er wählte den Stil, der in der Stadt gerade in Mode war: den Jugendstil, die Art nouveau. Brüssel war damals eine seiner Hauptstädte, die Heimat von Architekten wie Victor Horta.
Saintenoy nutzte alles, was Eisen und Glas möglich machten: eine leichte Konstruktion, große Fenster, die die Auslagen ins Licht rückten, und eine Fassade aus pflanzenhaften Kurven. Das war Werbung und Architektur zugleich.
Ganz oben im Gebäude bietet das Café einen der schönsten Blicke über die Unterstadt.
2Vom Kaufhaus zum Museum
Das Kaufhaus schloss, und das Gebäude wartete jahrzehntelang auf eine neue Nutzung. Seit 2000 ist es der Eingang zum Musikinstrumentenmuseum, dem MIM, dessen Sammlung Tausende Stücke aus aller Welt vereint, von Dudelsäcken bis zu den Saxofonen von Adolphe Sax, dem belgischen Erfinder des Instruments.
Das Museum belegt auch das benachbarte klassizistische Gebäude von Barnabé Guimard, dem Planer der Place Royale. So stehen zwei Jahrhunderte Architektur Tür an Tür.
3Worauf du achten solltest
- Der Schriftzug „Old England“ oben an der Fassade.
- Die eisernen Kurven, die die Fenster einrahmen.
- Das Ecktürmchen, ein Blickfang entlang der Straße.
Belegt
Das Gebäude wurde 1899 von Paul Saintenoy für das Kaufhaus Old England entworfen und beherbergt seit 2000 das Musikinstrumentenmuseum.
Quellen und Nachweise
MIM – Musikinstrumentenmuseum, offizielle Website (mim.be), Geschichte des Gebäudes; Inventaire du patrimoine architectural de la Région de Bruxelles-Capitale, Eintrag „Old England“; BX1, Bericht zu 25 Jahren MIM im Old England (2025).
Fotos:
- Jugendstilfassade aus Eisen und Glas des Old-England-Gebäudes: Trougnouf (Benoit Brummer), CC BY 4.0.
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