Vor dir steht das älteste Gebäude Südafrikas. Heute ist es schwer vorstellbar, aber als es gebaut wurde, reichte das Meer fast bis an seine Mauern: Das ganze Land zwischen hier und der Bucht wurde im 20. Jahrhundert dem Wasser abgerungen.
1Ein Zwischenstopp an der Gewürzroute
Im April 1652 ging hier Jan van Riebeeck im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie an Land, der VOC. Er kam nicht, um ein Land zu erobern, sondern um eine Versorgungsstation für die Schiffe auf dem Weg von und nach Asien einzurichten. Zuerst baute er ein Fort aus Lehm und Holz. 1664 ordnete die Kompanie aus Angst vor einem Krieg mit England an, es durch eine fünfeckige Festung aus Stein zu ersetzen. Der Grundstein wurde am 2. Januar 1666 gelegt. Die Arbeiten, immer wieder aus Geldmangel unterbrochen, galten 1679 als abgeschlossen.
Diese Mauern errichteten nicht nur Soldaten. Versklavte Menschen aus Madagaskar, Indien und dem indonesischen Archipel arbeiteten hier neben Soldaten und Sträflingen. Die Ankunft der Siedler bedeutete zugleich die Enteignung der Khoikhoi, die auf diesem Land seit Jahrhunderten ihr Vieh geweidet hatten.
Das Kastell war Regierungssitz, Kaserne, Gefängnis und Lager: Anderthalb Jahrhunderte lang wurde hier fast alles entschieden, was am Kap geschah.
Die fünf Bastionen tragen die Titel Wilhelms III. von Oranien: Leerdam, Buuren, Katzenellenbogen, Nassau und Oranje. 1936 wurde das Kastell als erster Ort Südafrikas zum historischen Denkmal erklärt.
2Worauf du achten solltest
- Das Tor von 1682, das den alten Eingang zur Seeseite ersetzte.
- Der Glockenturm über dem Bogen: Seine Glocke, 1697 in Amsterdam gegossen, ist die älteste des Landes.
- Der Graben und die spitzwinkligen Bastionen, so angelegt, dass kein Mauerabschnitt ungedeckt blieb.

Belegt
Die Festung wurde zwischen 1666 und 1679 im Auftrag der VOC erbaut, zum Teil mit der Arbeit Versklavter; das heutige Tor stammt von 1682, die Glocke von 1697.
Quellen und Nachweise
Castle of Good Hope (offizielle Website des Castle Control Board); Lalou Meltzer, „The Castle of Good Hope, Cape Town“ (1997); South African Heritage Resources Agency (SAHRA), Eintrag zum Denkmal.
Fotos:
- Eingangstor des Kastells der Guten Hoffnung mit Glockenturm: Bernard Gagnon, CC BY-SA 4.0.
- Der De-Kat-Balkon im Innenhof des Kastells der Guten Hoffnung: Martinvl, CC BY-SA 4.0.
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