Vor dir steht die Barbakane, eine der wenigen Befestigungen dieser Art, die in Europa noch erhalten sind. König Johann I. Albrecht ließ sie 1498 bis 1499 errichten, zu einer Zeit, als man einen Angriff aus dem Südosten fürchtete. Es ist eine kreisrunde Backsteinbastion mit 24,4 Metern Innendurchmesser, über drei Meter dicken Mauern und sieben Türmchen.
1Ein Tor vor dem Tor
Die Barbakane schützte das Florianstor, den wichtigsten nördlichen Zugang zur Stadt, der schon 1307 erwähnt wird. Beide waren durch einen ummauerten Gang verbunden, und rundherum verlief ein 24 Meter breiter Graben. Durch dieses Tor zogen die Könige zu ihrer Krönung ein, und hier begann der Königsweg, der über den Markt hinauf zum Wawel führte.
2Vom Wind gerettet
Anfang des 19. Jahrhunderts ordneten die österreichischen Behörden an, die Stadtmauern als ungesund abzureißen. 1816 setzte sich Senator Feliks Radwański dafür ein, die Barbakane, das Tor und ein Stück Mauer zu erhalten, mit einem ungewöhnlichen Argument: Sie schützten die Stadt vor den Nordwinden. Er setzte sich durch. Der Rest der Befestigungen fiel, und an ihre Stelle traten die Planty, der grüne Ring um die Altstadt.
Eine Tafel erinnert an eine Legende: Während der Konföderation von Bar soll Marcin Oracewicz, dem die Munition ausgegangen war, einen Knopf seines Mantels in die Muskete geladen und damit einen russischen Befehlshaber erschossen haben.
Die Mauern fielen; die Bastion rettete ein Argument über das Wetter.
3Worauf du achten solltest
- Die sieben Türmchen der Barbakane, abwechselnd rund und sechseckig.
- Das Relief des heiligen Florian über dem Torbogen.
- Das Mauerstück neben dem Tor, an dem heute Krakauer Maler ihre Bilder aufhängen.
Belegt
Belegt sind der Bau 1498–1499, die Maße der Bastion, die Erwähnung des Tores 1307 und der Einsatz von Feliks Radwański im Jahr 1816.
Mündliche Überlieferung
Der Schuss des Marcin Oracewicz mit einem Mantelknopf wird als Legende überliefert.
Quellen und Nachweise
Museum Krakau, Abteilung „Barbakan“ (muzeumkrakowa.pl); polnische Wikipedia, „Barbakan w Krakowie“; Stadt Krakau, „Droga Królewska“ (krakow.pl).
Fotos:
- Die Krakauer Barbakane, eine runde Backsteinbastion mit Türmchen: Marcin Konsek, CC BY-SA 4.0.
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