Vor dir steht die Marienkirche, die große Kirche der Krakauer Bürger. Während König und Bischöfe ihre Kathedrale auf dem Wawel hatten, wollten die reichen Kaufleute eine eigene Kirche mitten am Markt, und sie scheuten keine Kosten.

1Eine wiederaufgebaute Kirche

Laut dem Chronisten Jan Długosz wurde die erste Kirche um 1221 gegründet. Sie wurde bei den Mongoleneinfällen zerstört, und auf ihren Fundamenten entstand eine gotische Kirche, die 1320 geweiht wurde. Unter Kasimir dem Großen wurde sie mit Hilfe von Patriziern wie Mikołaj Wierzynek umgebaut und erweitert. Der hohe Turm, der Wachturm der Stadt, erhielt 1478 seinen Helm.

2Der Altar von Veit Stoß

Im Inneren wartet ihr großer Schatz: der Hochaltar, zwischen 1477 und 1489 vom Nürnberger Bildhauer Veit Stoß aus Lindenholz geschnitzt, auf Polnisch Wit Stwosz. Er ist rund 13 Meter hoch und 11 Meter breit, und die Apostel um die sterbende Muttergottes sind fast drei Meter groß. Im Zweiten Weltkrieg bauten die Deutschen ihn ab und brachten ihn nach Deutschland; 1946 wurde er in Bayern gefunden und nach Krakau zurückgebracht.

Und jede Stunde hörst du von der Spitze des höheren Turms das Hejnał, das Trompetensignal, das plötzlich abbricht.

Der Wawel gehörte dem König, die Marienkirche gehörte der Stadt.

3Worauf du achten solltest

  • Die goldene Krone auf der Spitze des hohen Turms.
  • Die barocke Vorhalle am Haupteingang, der gotischen Fassade vorgesetzt.
  • Der Brunnen am Plac Mariacki mit einer Studentenfigur, die vom Altar inspiriert ist.

Belegt

Belegt sind die Weihe 1320, der Turmhelm von 1478, der Altar von Veit Stoß (1477–1489), sein Abtransport im Krieg und seine Rückkehr nach dem Fund im Jahr 1946.

Quellen und Nachweise

Offizielle Website der Marienkirche (mariacki.com); englische Wikipedia, „St. Mary's Basilica, Kraków“; polnische Wikipedia, „Ołtarz Wita Stwosza“.

Fotos:

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