Du beendest den Spaziergang vor dem ehemaligen Bahnhof Mapocho, dem Gebäude, mit dem Santiago Reisende so empfangen wollte, wie es die europäischen Hauptstädte taten.
1Ein Tor zum Centenario
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schuf die Kanalisierung des Río Mapocho, die schon Vicuña Mackenna vorangetrieben hatte, Bauland am Südufer. Dort plante man einen großen Kopfbahnhof für die Feiern zum hundertjährigen Jubiläum der Unabhängigkeit 1910. Den Entwurf lieferte Emilio Jéquier, ein in Frankreich ausgebildeter Architekt, der auch den Palacio de Bellas Artes entwarf.
Die Arbeiten begannen 1905. Die Stahlträger wurden bei der französischen Firma Schneider-Creusot bestellt, das Dach entstand in Belgien. Es gab Verzögerungen, und der Bahnhof verpasste das Jubiläum: Er wurde 1912 eröffnet.
2Vom Bahnsteig zum Kulturzentrum
Jahrzehntelang fuhren von hier Züge nach Valparaíso und in den Norden. Bei mehreren Wahlen im 20. Jahrhundert diente er auch als Wahllokal. Als der Zugverkehr eingestellt wurde, stand das Gebäude leer, bis es nach einer Sanierung zwischen 1991 und 1994 als Centro Cultural Estación Mapocho wiedereröffnet wurde. Heute finden hier Ausstellungen, Konzerte und die Internationale Buchmesse von Santiago statt.
Wo einst Reisende mit ihren Koffern warteten, stehen heute Leser Schlange, um auf die Buchmesse zu kommen.
3Worauf du achten solltest
- Die drei großen Bögen der Fassade, die Licht auf die Bahnsteige ließen.
- Die Eckkuppeln und die gemeißelten Girlanden.
- Der Río Mapocho hinter dir, dessen Kanalisierung den Bau erst möglich machte.
Belegt
Der von Emilio Jéquier entworfene Bahnhof wurde zwischen 1905 und 1912 gebaut und ist seit 1994 ein Kulturzentrum.
Quellen und Nachweise
Centro Cultural Estación Mapocho, Geschichte des Gebäudes; Consejo de Monumentos Nacionales, Eintrag zur Estación Mapocho; Biblioteca Nacional de Chile, Memoria Chilena: „Emilio Jéquier“.
Fotos:
- Beaux-Arts-Fassade des ehemaligen Bahnhofs Mapocho mit seinen drei großen Bögen: Rodrigo.nunez.pino, CC BY-SA 4.0.
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