Vor dir liegt der Palast der Sultane von Singapur, heute das Malay Heritage Centre. Seine Geschichte beginnt mit einem Pakt, der das Schicksal der Insel veränderte.

1Ein Sultan nach Maß

Im Februar 1819 wollte Stamford Raffles auf der Insel einen britischen Handelsposten gründen, brauchte aber die Unterschrift eines einheimischen Herrschers. Johor hatte bereits einen von den Niederländern anerkannten Sultan. Also stützte Raffles dessen älteren Bruder Hussein Shah und erkannte ihn stattdessen als Sultan an. Für seine Unterschrift erhielt Hussein eine Rente und rund dreiundzwanzig Hektar Land hier in Kampong Gelam, wo er einen Holzpalast errichtete. 1824 trat ein neuer Vertrag die ganze Insel an die Briten ab.

Das Viertel verdankt seinen Namen dem Gelam, einem Baum, der am Ufer wuchs und für den Bootsbau und als Heilmittel genutzt wurde.

2Der gemauerte Palast

Das Gebäude, das du siehst, ließ sein Sohn, Sultan Ali, zwischen 1836 und 1843 errichten. Es verbindet europäischen Palladianismus mit malaiischen Motiven. Es wird George Coleman zugeschrieben, dem führenden Kolonialarchitekten seiner Zeit, allerdings gibt es dafür keinen endgültigen Beweis.

1897 entschied ein Gericht, dass niemand Anspruch auf die Nachfolge des Sultans erheben könne, und der Besitz fiel an die Krone.

Die Nachkommen lebten noch jahrzehntelang hier. Nach der Restaurierung 2004 wurde der Palast zum Museum, und seit 2015 ist er ein Nationaldenkmal.

3Worauf du achten solltest

  • Die gelbe Fassade mit den Bögen im Erdgeschoss.
  • Das Schild am Tor, mit dem Namen in lateinischer Schrift und in Jawi, der mit arabischen Buchstaben geschriebenen malaiischen Schrift.
  • Gedung Kuning, die „gelbe Villa“ nebenan, die ebenfalls der Herrscherfamilie gehörte.

Belegt

Hussein Shah erhielt das Land von Kampong Gelam nach dem Vertrag von 1819, und der heutige Palast wurde zwischen 1836 und 1843 auf Anordnung von Sultan Ali erbaut.

Quellen und Nachweise

Malay Heritage Centre (offizielle Website, Geschichte des Istana); National Heritage Board, Roots.gov.sg, „Istana Kampong Gelam“; C. M. Turnbull, „A History of Modern Singapore, 1819-2005“ (NUS Press, 2009).

Fotos:

  • Der gelbe Istana Kampong Gelam, gesehen vom Eingang am Sultan Gate: GoAheadFan95, CC BY-SA 4.0.

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