Bück dich ein wenig. An dieser Ecke befindet sich etwas, an dem fast alle vorbeilaufen: ein Runenstein aus der Wikingerzeit, katalogisiert als U 53. Er wurde um 1070-1100 gemeißelt, anderthalb Jahrhunderte bevor Stockholm in irgendeinem Dokument auftaucht.

1Was die Runen sagen

Die Inschrift ist beschädigt, doch vieles lässt sich lesen: „Torsten und Frögunn ließen diesen Stein errichten zum Gedenken an … ihren Sohn“. Der Name des Sohnes ist verloren. Die Verzierung, eine in sich verschlungene Schlange, gehört zum sogenannten Urnes-Stil, dem letzten Stil der Wikingerkunst. Das Rot der Runen ist modern: Wie viele schwedische Steine wurde er ausgemalt, damit man ihn leichter lesen kann.

2Wie kam er hierher?

Das weiß niemand. Runensteine standen meist an Wegen und Brücken, nicht in Städten. Am wahrscheinlichsten wurde er als Baumaterial hergebracht und in die Mauer gesetzt. Schon der Altertumsforscher Johannes Bureus beschrieb ihn im 17. Jahrhundert. 1937 nahm man ihn heraus, reinigte ihn und setzte ihn wieder in dieselbe Mauer, sichtbarer und besser geschützt.

3Eine Straße mit schlechtem Ruf

Die Kåkbrinken ist nach dem kåk benannt, dem Pranger auf dem Stortorget, an dem Verurteilte zur Schau gestellt und ausgepeitscht wurden. Ab 1602 krönte ihn eine Kupferfigur mit einer Rute, genannt „Kopparmatte“. Und laut den Chroniken brach der große Brand von 1625, der den Südwesten der Insel verwüstete, in einem Brauhaus genau an diesem Hang aus.

4Worauf du achten solltest

  • Die Schlange, die den Körper der Inschrift bildet.
  • Die Kanone, die als Eckschutz dient.
  • Das Gefälle der Straße, die zur alten Stadtmauer hinunterführte.

Belegt

Der Runenstein U 53 stammt aus der Zeit um 1070-1100, nennt Torsten und Frögunn und ihren Sohn, wurde im 17. Jahrhundert von Johannes Bureus beschrieben und 1937 neu eingesetzt.

Mündliche Überlieferung

Seine genaue Herkunft ist unbekannt; dass er als Baumaterial hierherkam, ist die am weitesten akzeptierte Hypothese, keine bewiesene Tatsache.

Quellen und Nachweise

Riksantikvarieämbetet, Datenbank der Runeninschriften (Samnordisk runtextdatabas, U 53); Nils-Gustaf Stahre und Per Anders Fogelström, „Stockholms gatunamn“ (1986); schwedische Wikipedia, „Upplands runinskrifter 53“.

Fotos:

  • Runenstein mit verschlungener Schlange und roten Runen, in eine Hausecke neben einer alten Kanone eingelassen: Albertyanks - Albert Jankowski, Dominio público.

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