Sieh hinauf zur Nische der Nummer 7. Dieser tierförmige Stein ist der Basilisk von Wien, das berühmteste Ungeheuer der Stadt.
1Das Ungeheuer im Brunnen
Die Sage verlegt die Geschichte auf den 26. Juni 1212. Im Brunnen des Hauses des Bäckers Martin Garhiebl erschien ein scheußliches Wesen, halb Hahn, halb Kröte, dessen Atem jeden vergiftete, der sich näherte. Die verbreitetste Fassung fügt hinzu, ein mutiger junger Mann sei mit einem Spiegel in den Brunnen hinabgestiegen: Der Basilisk sah sein eigenes Spiegelbild und starb vor Schreck, zu Stein erstarrt. Der Brunnen wurde dann mit Felsbrocken zugeschüttet.
2Woher die Geschichte stammt
Als Erster schrieb sie der Humanist Wolfgang Lazius 1546 nieder, mehr als drei Jahrhunderte nach dem angeblichen Datum. 1577 ließ der Besitzer des Hauses, der Buchhändler Hans Spannring, eine Tafel anbringen, die an das Ereignis erinnert. Im 19. Jahrhundert bot der Geologe Eduard Suess eine rationale Erklärung an: Die giftigen Gase, die sich manchmal am Grund von Brunnen sammeln, konnten jeden töten, der hinabstieg, und das könnte die Sage angeregt haben.
Ein gasgefüllter Brunnen, ein seltsam geformter Steinklumpen und Jahrhunderte der Fantasie: So entsteht ein Ungeheuer.
3Die Gasse der Laterne
Schönlaterngasse heißt „Gasse der schönen Laterne“. Den Namen verdankt sie einer kunstvollen Laterne, die an einem ihrer Häuser hing; die, die du heute an der Nummer 6 siehst, ist eine Kopie. Das Gemälde des Jünglings mit dem Spiegel und die Inschrift wurden im 20. Jahrhundert mehrfach erneuert, und die Steinfigur ist in Wirklichkeit eine natürliche Sandsteinkonkretion.
4Worauf du achten solltest
- Die Steinfigur in der Nische mit ihrer eigenwilligen Form.
- Die Inschrift unter dem Gemälde, die die Sage zusammenfasst.
- Die eiserne Laterne, die der Gasse ihren Namen gibt.


Belegt
Die Geschichte taucht erstmals 1546 in einem Werk von Wolfgang Lazius auf; der Buchhändler Hans Spannring ließ 1577 eine Tafel anbringen; die heutige Figur ist eine natürliche Steinkonkretion.
Mündliche Überlieferung
Das Erscheinen des Basilisken im Jahr 1212 und sein Tod vor dem Spiegel sind Sage.
Quellen und Nachweise
Wien Geschichte Wiki, Eintrag „Basiliskenhaus“; Wolfgang Lazius, „Vienna Austriae“ (1546); Gustav Gugitz, „Die Sagen und Legenden der Stadt Wien“ (1952).
Fotos:
- Der steinerne Basilisk in seiner Nische, über dem Gemälde des Jünglings mit dem Spiegel und der Inschrift: Admin1, CC BY-SA 3.0.
- Die hellgrüne Fassade des Basiliskenhauses in der Schönlaterngasse 7: Priwo, Dominio público.
- Stich eines Basilisken aus dem 19. Jahrhundert, mit Hahnenkörper und kronenförmigem Kamm: Desconocido, Dominio público.
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