Vor dir steht die Kirche, die die Wiener für die älteste ihrer Stadt halten. Sie ist weder die größte noch die reichste, aber ihr grauer Stein und der gedrungene Turm erzählen von einem Wien vor den Habsburgern, als die Stadt kaum mehr als den Grundriss des alten römischen Lagers füllte.

1Ein legendäres und ein urkundliches Datum

Der Überlieferung nach wurde sie im Jahr 740 gegründet. Die Urkunden sind bescheidener: Die erste verlässliche Erwähnung stammt von 1200, in einem Text, der sie bereits als älteste Kirche Wiens bezeichnet. Sicher ist, dass ihre ältesten Mauern, das Langhaus und der untere Teil des Turms, aus dem frühen 12. Jahrhundert stammen. Nach einem großen Brand im Jahr 1276 bekam sie eine gotische Apsis, und der Turm wuchs um ein Geschoss.

2Salz, Schiffe und ein Heiliger aus Salzburg

Der heilige Rupert ist der Patron von Salzburg und der Schiffer, die das Salz auf den Flüssen beförderten. Das ist kein Zufall: Salz, ein Monopol des Landesherrn, wurde genau hier verkauft, und die Namen der nahen Straßen, Salzgries, Salzgasse und Salztorbrücke, erinnern bis heute daran. Von dieser kleinen Anhöhe aus kannst du dir den alten Donauarm vorstellen, in dem die Lastkähne anlegten.

Mehr als acht Jahrhunderte Gebet haben in einem Kirchenschiff Platz, das nur einige hundert Menschen fasst.

3Worauf du achten solltest

  • Der Turm: Achte auf die gekuppelten romanischen Fenster in den unteren Geschossen, den ältesten Teil.
  • Der nackte Stein der Mauern, ohne den barocken Putz, der fast jede Wiener Kirche überzog.
  • Das Gefälle hinunter zum Donaukanal, das den Rand des römischen Lagers verrät.

Belegt

Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1200; die ältesten erhaltenen Mauern sind aus dem frühen 12. Jahrhundert, und die gotische Apsis kam nach dem Brand von 1276 hinzu.

Mündliche Überlieferung

Die Gründung im Jahr 740 ist eine Überlieferung ohne urkundlichen Beleg.

Quellen und Nachweise

Wien Geschichte Wiki (Stadt Wien), Eintrag „Ruprechtskirche“; Rektorat St. Ruprecht (ruprechtskirche.at); Bundesdenkmalamt, „Dehio Wien. I. Bezirk – Innere Stadt“.

Fotos:

  • Die Ruprechtskirche aus grauem Stein, mit romanischem Turm und gekuppelten Fenstern: Diana Ringo, CC BY-SA 3.0 at.

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