Du stehst auf dem ältesten Platz Wiens. Unter dem Pflaster liegen die Reste der Tribunenhäuser, der Offiziersquartiere des Legionslagers Vindobona. Im kleinen Römermuseum in der Nummer 3 kannst du einige dieser Mauern besichtigen.

1Markt, Gericht und Pranger

Im Mittelalter war dies das Handelszentrum der Stadt, mit Zunfthäusern und Ständen, an denen Tuch und Lebensmittel verkauft wurden. Es war auch der Ort der Rechtsprechung: Von 1325 bis 1839 tagte hier das Strafgericht, und davor stand der Pranger, an dem Verurteilte öffentlich zur Schau gestellt wurden.

2Ein Brunnen, den ein Kaiser gelobt hatte

Der Brunnen in der Mitte, der Vermählungsbrunnen, zeigt die Hochzeit von Maria und Josef. Leopold I. hatte gelobt, ihn zu errichten. Zuerst entstand er aus Holz nach Entwürfen von Johann Bernhard Fischer von Erlach, und zwischen 1729 und 1732 baute sein Sohn Joseph Emanuel ihn in Marmor neu, mit Skulpturen von Antonio Corradini.

3Die Parade der Stunden

Die Ankeruhr wurde von der gleichnamigen Versicherungsgesellschaft in Auftrag gegeben und vom Jugendstilmaler Franz Matsch entworfen. 1915 lief sie zum ersten Mal. Jede Stunde zieht eine andere Figur über die Brücke: Marc Aurel, Karl der Große, der Baumeister Hans Puchsbaum, Maria Theresia und Joseph Haydn, insgesamt zwölf. Um zwölf Uhr mittags ziehen alle zur Musik vorbei.

Den Zug eröffnet Marc Aurel, der Philosophenkaiser, der nach manchen antiken Quellen im Jahr 180 in Vindobona starb.

4Worauf du achten solltest

  • Die Skala der Uhr: Es gibt keine Zeiger; die Figur gleitet an einer Leiste mit Minutenmarkierungen vorbei.
  • Der Bronzebaldachin des Brunnens, von Säulen getragen.
  • Die Bauten der 1950er-Jahre, ein Erbe der Bombardierung von 1945.

Belegt

Unter dem Platz liegen Reste der Offiziershäuser von Vindobona; von 1325 bis 1839 tagte hier das Strafgericht, und Franz Matschs Ankeruhr lief erstmals 1915.

Quellen und Nachweise

Wien Museum, Römermuseum am Hohen Markt (wienmuseum.at); Wien Geschichte Wiki, Einträge „Hoher Markt“ und „Ankeruhr“; Felix Czeike, „Historisches Lexikon Wien“.

Fotos:

  • Die grün-goldene Ankeruhr auf der Brücke über der Straße Bauernmarkt: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0.

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