Tritt näher und schau dir die Wasserspeier genau an: Es sind drei Löwenköpfe, keine Hunde. Und doch ist das die Fuente del Perro, der Hundebrunnen, in der Calle del Perro, baskisch Txakur kalea. Kaum etwas macht den Bilbaínos so viel Spaß wie der Streit über das Warum.

1Ein klassizistischer Brunnen

Der Brunnen entstand um 1800 im klassizistischen Stil: Er ahmt einen kleinen antiken Tempel nach, und sein Becken erinnert an einen Sarkophag. Früher kannte man ihn als die Caños de San Miguel, die Röhren von San Miguel. Jahrzehntelang versorgte er die Nachbarschaft mit Wasser, heute ist er einer der meistfotografierten Winkel der Altstadt.

2Drei Erklärungen

Die gängigste Version sagt, die Leute in Bilbao hätten nie einen Löwen gesehen und die Köpfe für Hunde gehalten. Das ergibt wenig Sinn: Der Löwe prangte auf unzähligen Wappen, und außerdem wären es dann drei Hunde und nicht einer. Eine andere Geschichte erzählt, ein Nachbar habe einen Löwen gemeißelt, der sein Haus bewachen sollte, und ihn so ungeschickt hinbekommen, dass die ganze Straße ihn „den Hund“ nannte – bis der Spitzname der Straße ihren Namen gab.

Die Spur in den Dokumenten führt in die andere Richtung: Laut dem Archivar Manuel Basas erwähnt schon ein Dokument von 1853 eine Viehtränke an der Seite des Brunnens San Miguel, die zur Calle del Perro hinausgeht.

Wahrscheinlich hatte also die Straße ihren Namen schon, und sie war es, die den Brunnen getauft hat. Woher allerdings der Name der Straße kommt, ist bis heute unklar.

3Worauf du achten solltest

  • Die drei Löwenköpfe, jeder mit seinem eigenen Wasserspeier.
  • Der dreieckige Giebel mit seiner Inschrift.
  • Die zweisprachige Tafel, die die Geschichte des Brunnens zusammenfasst.
Löwenkopf aus Metall als Wasserspeier an der Fuente del Perro
Einer der drei „Hunde“ des Brunnens: in Wahrheit ein Löwe.

Belegt

Der Brunnen stammt aus der Zeit um 1800, ist klassizistisch und war als Caños de San Miguel bekannt; ein von Manuel Basas zitiertes Dokument von 1853 erwähnt bereits die Calle del Perro.

Mündliche Überlieferung

Dass die Einheimischen die Löwen für Hunde hielten oder dass der Name von einem schlecht gemeißelten Löwen eines Nachbarn stammt, sind volkstümliche Erklärungen ohne dokumentarischen Beleg.

Quellen und Nachweise

Tourismus Baskenland, „6 curiosidades del Casco Viejo de Bilbao“; Deia, Rubrik „Contando historias“ (24. Januar 2021), mit Verweis auf den Archivar Manuel Basas; Stadtverwaltung Bilbao, Infotafel am Brunnen.

Fotos:

  • Die Fuente del Perro in Bilbao: ein klassizistischer Steinbrunnen mit drei Bögen und drei Löwenköpfen als Wasserspeier: Zarateman, CC BY-SA 4.0.
  • Löwenkopf aus Metall als Wasserspeier an der Fuente del Perro: Zarateman, CC0.

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