Heute ist der Grassmarket ganz Terrassen und Pubs, doch sein Name verrät seine Herkunft: Ab 1477 war er ein Markt für Vieh und Getreide. Und jahrhundertelang war er auch die wichtigste Bühne für die öffentlichen Strafen Edinburghs.

1Wo der Galgen stand

Der Steinkreis im Boden markiert die Stelle des Schafotts. Er erinnert an die Covenanters, die hier im 17. Jahrhundert für ihren Glauben hingerichtet wurden. Die erstaunlichste Geschichte ist aber die von Maggie Dickson. Weil sie ihre Schwangerschaft und den Tod ihres Babys verheimlicht hatte, wurde sie 1724 hier gehängt. Als man ihren Sarg nach Musselburgh brachte, hörten ihre Begleiter ein Klopfen von innen: Maggie lebte. Da ihre Strafe bereits vollstreckt war, kam sie frei und lebte noch viele Jahre. Man nannte sie „Half-Hangit Maggie“, die halb Gehängte, und ein Pub am Platz trägt ihren Namen.

2Die Porteous Riots

1736 schoss die Stadtwache bei der Hinrichtung eines Schmugglers in die Menge und tötete mehrere Menschen. Ihr Hauptmann, John Porteous, wurde zum Tode verurteilt, dann aber begnadigt. Empört stürmten Hunderte Bürger das Gefängnis, zerrten ihn heraus und hängten ihn genau hier auf.

Walter Scott machte den Aufruhr zum Auftakt seines Romans „Das Herz von Midlothian“ (1818).

3Worauf du achten solltest

  • Das Covenanters' Memorial am Ostende.
  • Maggie Dicksons Pub auf der Nordseite.
  • Die Stufen der Vennel im Westen: Daneben ist ein Stück der Flodden Wall aus dem 16. Jahrhundert erhalten.

Belegt

Der Markt besteht seit 1477; Maggie Dickson überlebte 1724 ihre Hinrichtung; John Porteous wurde hier im September 1736 gelyncht.

Quellen und Nachweise

Edinburgh World Heritage, Geschichte des Grassmarket; National Records of Scotland, Akten des High Court of Justiciary; Walter Scott, „The Heart of Midlothian“ (1818).

Fotos:

  • Edinburgh Castle vom Grassmarket aus gesehen: Stephencdickson, CC BY-SA 4.0.

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