Geh unter diesem Torbogen hindurch, 2010 eingeweiht, und du bist in der Temple Street, dem bekanntesten Nachtmarkt Kowloons. Die Hongkonger nennen sie seit Langem „den Nachtklub der armen Leute“ und auch „Straße der Männer“, weil die Stände vor allem Kleidung und Waren für Männer verkauften.
1Eine Straße, benannt nach einem Tempel
Die Straße erscheint schon auf einer Karte von 1887, durch den Tin-Hau-Tempel, den du am Ende sehen wirst, in zwei Abschnitte geteilt: Temple Street South und Temple Street North. Ab den 1920er-Jahren wurde der Tempelplatz zu einem beliebten Vergnügungsort mit Straßenhändlern, Geschichtenerzählern und Straßenkünstlern. 1975 wies die Regierung hier eine Zone für Straßenhändler mit Hunderten nummerierter Standplätze aus. Dort bauen die Stände bis heute auf, und richtig los geht es erst nach Einbruch der Dunkelheit.
2Eine Filmkulisse
Die Temple Street war in Dutzenden Filmen zu sehen, oft als Kulisse für Banden und Unterwelt: etwa in „Prince of Temple Street“ (1992) oder in Stephen Chows „The God of Cookery“ (1996). Die Wirklichkeit ist ruhiger: Stände mit T-Shirts, Uhren, Jade und Souvenirs, dazu Restaurants mit Meeresfrüchten und Reis aus dem Tontopf, deren Tische auf der Straße stehen.
Handeln gehört hier zum Spiel: Kaum ein Preis ist endgültig, also lächle und mach ein Angebot.
3Worauf du achten solltest
- Der Torbogen mit seinen Verspaaren in chinesischen Schriftzeichen auf beiden Seiten.
- Die Holzkohleöfen, auf denen der Reis im Tontopf gart.
- Die Neonschilder, die an den Fassaden überlebt haben.
Belegt
Die Straße erscheint auf einer Karte von 1887 und ist nach dem Tin-Hau-Tempel benannt; die Händlerzone wurde 1975 ausgewiesen, der Torbogen 2010 eingeweiht.
Quellen und Nachweise
Hong Kong Tourism Board, Discover Hong Kong, „Temple Street Night Market“; Yau Tsim Mong District Council, „油尖旺區風物誌“ (historischer Führer durch den Bezirk); Hong Kong Film Archive, lokale Filmografie.
Fotos:
- Traditioneller rot-goldener Torbogen am Eingang der Temple Street bei Nacht, umgeben von Neonschildern: Diego Delso, CC BY-SA 3.0.
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