Vor dir steht der Wawel-Drache, der Smok Wawelski, der immer wieder Feuer in Richtung Fluss speit. Das ist Krakaus Gründungslegende und eine der ältesten Polens.
1Eine Legende mit wechselnden Helden
Die älteste schriftliche Fassung stammt vom Chronisten Wincenty Kadłubek, um 1200. Darin terrorisiert ein Ungeheuer die Stadt von König Krak, und die Söhne des Königs töten es, indem sie ihm mit brennendem Schwefel gefüllte Tierhäute zu fressen geben. Dann ermordet ein Bruder den anderen, um den Ruhm für sich zu behalten. Jahrhunderte später schrieb Jan Długosz die Tat Krak selbst zu und verlegte das Versteck in eine Höhle unter dem Wawel. 1597 fügte Joachim Bielski den Helden hinzu, an den sich heute alle erinnern: den Schuster Skuba, der dem Drachen ein mit Schwefel gefülltes Schaf hinlegte. Das durstige Untier trank aus der Weichsel, bis es platzte.
2Die Höhle und die Statue
Die Kalksteinhöhle im Hang taucht schon 1555 unter dem Namen Smocza Jama, „Drachenhöhle“, im Werk von Marcin Kromer auf. Die Statue schuf der Bildhauer Bronisław Chromy, aufgestellt wurde sie 1972; ein Gasmechanismus lässt sie alle paar Minuten Flammen speien, zur Freude der Kinder.
Der Drache hat mehrmals seinen Bezwinger gewechselt; nur der Ort ist immer derselbe geblieben.
Du hast das Ende der Route erreicht. Folge dem Uferweg nach Osten, und in etwa einer Viertelstunde bist du in Kazimierz, einem guten Ort zum Abendessen.
3Worauf du achten solltest
- Das Maul des Drachen: Wart ein paar Minuten, dann siehst du die Flamme.
- Der Kalkfelsen an seinem Sockel, derselbe Stein wie der Hügel.
- Die Mauer des Wawel über dir, oberhalb der Höhle.
Belegt
Belegt sind die Fassung von Kadłubek um 1200, die Version von Długosz, Joachim Bielskis Ergänzung von 1597, der Name der Höhle im Jahr 1555 und die Statue von Bronisław Chromy aus dem Jahr 1972.
Mündliche Überlieferung
Der Drache, der Schuster Skuba und das mit Schwefel gefüllte Schaf gehören zur Legende.
Quellen und Nachweise
Polnische Wikipedia, „Smok wawelski“; Wincenty Kadłubek, „Chronica Polonorum“; offizielle Website des Königsschlosses Wawel (wawel.krakow.pl).
Fotos:
- Bronzestatue des Wawel-Drachen am Fuß der Burgmauer: Ввласенко, CC BY-SA 3.0.
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