Vor dir steht die kleinste der historischen Synagogen von Kazimierz und eine der wenigen, in denen noch Gottesdienst gefeiert wird. Laut ihrer Stiftertafel ließ sie 1553 Israel ben Josef erbauen, ein wohlhabender Kaufmann und Bankier, mit einem Vermächtnis seiner Frau Malka. Der erste Bau war aus Holz und brannte 1557 ab; noch im selben Jahr wurde er gemauert wieder aufgebaut.
1Der Rema
Die Synagoge trägt den Namen des Sohnes des Stifters, Moses Isserles, bekannt unter dem Akronym Rema. Er war Rabbiner von Krakau und starb 1572. Er verfasste Glossen zum Schulchan Aruch, dem großen Kodex des jüdischen Rechts, den der sephardische Gelehrte Josef Karo zusammengestellt hatte, und passte ihn an die Bräuche der aschkenasischen Juden an. Seine Anmerkungen hießen Mappa, „das Tischtuch“, weil sie Karos „gedeckten Tisch“ bedeckten. Seither werden beide Texte überall auf der Welt gemeinsam studiert.
2Der Friedhof
Neben der Synagoge liegt einer der ältesten jüdischen Friedhöfe Polens, belegt vom 16. Jahrhundert bis 1800, als die österreichischen Behörden ihn schlossen. Während der deutschen Besatzung wurde er verwüstet. Bei der Restaurierung nach dem Krieg setzte man Bruchstücke zerschlagener Grabsteine in die Innenmauer ein, die heute als Krakauer Klagemauer bekannt ist. Das Grab von Isserles, von einem Gitter umgeben, zieht Pilger aus aller Welt an.
Auf den Grabsteinen siehst du kleine Kiesel: Nach jüdischem Brauch legen Besucher einen Stein statt Blumen nieder.
3Worauf du achten solltest
- Die hebräische Inschrift über dem Eingangstor.
- Die Mauer aus Grabsteinbruchstücken, falls du hineingehst.
- Die Steine auf den Gräbern, Zeichen der Erinnerung und eines Besuchs.
Belegt
Belegt sind die Stiftung 1553 durch Israel ben Josef, der Wiederaufbau 1557, die Person des Moses Isserles (gestorben 1572) und die Schließung des Friedhofs im Jahr 1800.
Quellen und Nachweise
Jüdische Religionsgemeinde Krakau (Gmina Wyznaniowa Żydowska w Krakowie); englische Wikipedia, „Remah Synagogue“; Jüdisches Historisches Institut Warschau, Virtual Shtetl (sztetl.org.pl).
Fotos:
- Tor der Remuh-Synagoge und Friedhofsmauer in der ul. Szeroka: Zygmunt Put, CC BY-SA 4.0.
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