Vor hundertfünfzig Jahren war hier Meer. Die Back Bay reichte fast bis zum Oval Maidan. Während des Baumwollbooms von 1864 versprach die Gesellschaft von Premchand Roychand, dem Stifter des Rajabai Tower, sie aufzuschütten; ihre Aktien stiegen auf das Zehnfache und stürzten ab, als 1865 die Blase platzte. Ein halbes Jahrhundert verging, bis neue Landgewinnungsprojekte in den 1920er- und 1930er-Jahren endlich den Boden schufen, auf dem du stehst.
1Eine Promenade im Art déco
Die Promenade wurde 1940 eröffnet. Ihr offizieller Name lautet Netaji Subhash Chandra Bose Road, auch wenn ihn niemand benutzt. Auf dem gewonnenen Land entstanden Art-déco-Wohnhäuser aus den 1930er-Jahren, mit abgerundeten Ecken und Namen wie Kapur Mahal oder Zaver Mahal. Sie gehören zu dem Ensemble, das 2018 zum Welterbe erklärt wurde.
2Das Queen’s Necklace
Bleib, bis die Straßenlaternen angehen: Von Malabar Hill aus gesehen zeichnen sie einen Bogen aus Perlen, daher der Name Queen’s Necklace, „Halskette der Königin“. Etwa drei Kilometer nördlich liegt Girgaum Chowpatty, der Strand der Stände mit Bhel Puri und Kulfi und der großen Ganesh-Immersionen, bei denen Figuren des Gottes ins Meer getragen werden. Einen Kilometer von dort steht Mani Bhavan, das Haus, in dem Gandhi in Bombay wohnte. Und hoch oben auf Malabar Hill liegt das Wasserbecken Banganga, das der Überlieferung nach aus einem Pfeil Ramas entsprang. Von Juni bis September, während des Monsuns, springen die Wellen über die Mauer: Halte bei Flut Abstand zur Kante und überquere die Straße nur an der Ampel.
Eine Stadt, die dem Meer ihren Boden abrang und sich dann hinsetzte, um es zu betrachten.
3Worauf du achten solltest
- Der Bogen der Bucht bis hinauf nach Malabar Hill.
- Die gerundeten Balkone der Art-déco-Häuser.
- Die Betontetrapoden, die die Monsunwellen brechen.


Belegt
Die Promenade wurde 1940 auf der Back Bay abgerungenem Land vollendet; ihre Art-déco-Bauten gehören seit 2018 zum Welterbe.
Mündliche Überlieferung
Dass das Becken Banganga aus einem Pfeil Ramas entsprang, gehört zur hinduistischen Überlieferung.
Quellen und Nachweise
UNESCO, 'Victorian Gothic and Art Deco Ensembles of Mumbai' (2018); Art Deco Mumbai Trust, Verzeichnis der Gebäude am Marine Drive; Mariam Dossal, 'Theatre of Conflict, City of Hope: Mumbai 1660 to Present Times' (2010).
Fotos:
- Die Promenade Marine Drive mit ihrer Wand aus Betontetrapoden und der Bucht, die sich zur Skyline hin krümmt: Manas46951, CC BY-SA 4.0.
- Orangefarbener Sonnenuntergang über dem Meer vom Marine Drive aus, mit der Skyline der Stadt: Rajarshi MITRA from Mumbai, India, CC BY 2.0.
- Luftaufnahme des Bogens des Marine Drive entlang der Bucht: Arun Viswam, CC BY-SA 3.0.
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