Schau nach oben. Auf Straßenhöhe wirkt der Waverly Place wie eine Gasse unter vielen, mit Waschsalons, Druckereien und kleinen Läden. Doch in den oberen Stockwerken schmücken sich die Balkone mit Rot, Grün und Gold. Dahinter liegen die Tempel und die Sitze der Verbände, die das Viertel über Generationen zusammengehalten haben.

1Verbände und Tempel

In den Jahren des Ausschlusses durften chinesische Einwanderer weder ihre Familien nachholen noch Staatsbürger werden. Da waren die Bezirks- und Familienverbände fast alles: Sie halfen bei der Arbeitssuche, liehen Geld, schlichteten Streit und schickten die sterblichen Überreste der Toten zurück in ihre Heimatdörfer. Viele haben ihren Sitz bis heute hier.

Im obersten Stock von Nummer 125 liegt der Tin How Temple, geweiht der Meeresgöttin, die die Seeleute beschützte. Er wurde 1852 gegründet und gilt nach eigener Aussage als ältester chinesischer Tempel der Vereinigten Staaten. Wie die ganze Straße brannte er 1906 nieder und wurde wieder aufgebaut.

2Eine Straße im Roman

Die Schriftstellerin Amy Tan, in Kalifornien als Tochter chinesischer Eltern geboren, benannte eine der Hauptfiguren von „Töchter des Himmels“ („The Joy Luck Club“) nach dieser Straße: Waverly Jong, ein Schachwunderkind, das in diesem Viertel aufwächst.

Wenn du einen Tempel betrittst, der für die Öffentlichkeit geöffnet ist, sei respektvoll: Es sind lebendige Gotteshäuser, und Fotografieren ist oft nicht erlaubt.

3Worauf du achten solltest

  • Die bemalten Balkone, jeder in den Farben seines Verbands.
  • Die Laternen und Fahnen in den oberen Stockwerken.
  • Das Schild des Tin How Temple an Nummer 125.
Schilder mit chinesischen Schriftzeichen und Laternen am Waverly Place
Druckereien, Waschsalons und Laternen auf Straßenhöhe am Waverly Place.

Belegt

Traditionelle chinesische Verbände haben ihren Sitz am Waverly Place, und der 1852 gegründete Tin How Temple belegt das oberste Stockwerk von Nummer 125.

Quellen und Nachweise

Chinese Historical Society of America; Philip P. Choy, „San Francisco Chinatown: A Guide to Its History and Architecture“ (2012); Amy Tan, „The Joy Luck Club“ (1989).

Fotos:

  • Der Waverly Place mit bemalten Balkonen und Straßenlaternen: Gary Stevens, CC BY 2.0.
  • Schilder mit chinesischen Schriftzeichen und Laternen am Waverly Place: Frank Schulenburg, CC BY-SA 4.0.

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