Vor dir, mitten im Teich, liegt das Teehaus Huxinting, „der Pavillon im Herzen des Sees“. Man erreicht es über die Jiuqu Qiao, die Brücke der neun Biegungen, auf der sich immer die Menschen drängen.

1Vom Pavillon der Kaufleute zum Teehaus

Dieser Teich gehörte einst zum Garten von Pan Yunduan, einem hohen Beamten, der 1559 mit dem Bau des Yu-Gartens begann, um seinem betagten Vater Freude zu bereiten. 1784 errichtete eine Gruppe von Tuchhändlern hier einen sechseckigen Pavillon, um sich zu treffen und Geschäfte zu machen. 1855 wurde daraus ein Teehaus, und das ist es bis heute: Es gilt als das älteste Shanghais. Prominente Gäste haben hier Halt gemacht, darunter Königin Elisabeth II.

Im Ersten Opiumkrieg, 1842, schlugen britische Soldaten für einige Tage ihr Lager im Pavillon auf.

2Die Brücke, die Geister verwirrt

Der Überlieferung nach können böse Geister sich nur in geraden Linien bewegen. Deshalb knickt die Brücke immer wieder ab: Was dir folgen will, bleibt zurück.

Die praktische Erklärung ist weniger geheimnisvoll: Die Biegungen verlängern den Spaziergang und zeigen dir den Teich aus immer neuen Blickwinkeln, ein klassisches Mittel chinesischer Gärten. Oft heißt es auch, dieses Teehaus habe das berühmte englische Porzellanmuster „Blue Willow“ inspiriert; tatsächlich entstand dieses Dekor um 1790 in England.

Im kostenpflichtigen Yu-Garten steht der Exquisite Jadestein, ein von Löchern durchzogener Fels, der der Legende nach für den Garten eines Song-Kaisers bestimmt war.

3Worauf du achten solltest

  • Die neun Biegungen der Brücke.
  • Die Traufen des Teehauses, wie Flügel kurz vor dem Abflug.
  • Die Karpfen im Teich.
Alte handkolorierte Postkarte des Teehauses Huxinting, das sich im Teich spiegelt
Huxinting zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Belegt

Der Yu-Garten wurde 1559 begonnen; der Pavillon Huxinting entstand 1784 und ist seit 1855 ein Teehaus.

Mündliche Überlieferung

Dass das Zickzack böse Geister aufhält und dass der Jadestein für einen Song-Kaiser bestimmt war, ist Überlieferung; die Verbindung zum Blue-Willow-Porzellan ist ein Mythos.

Quellen und Nachweise

Yu-Garten (豫园), offizielle Website; chinesische Wikipedia, „湖心亭 (上海)“; Maggie Keswick, „The Chinese Garden“ (1978).

Fotos:

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