Such den weiß-blauen Stamm und stell dich daneben. Du bist auf dem Viktualienmarkt, Münchens Speisekammer seit 1807. Damals ordnete König Max I. Joseph an, einen Teil des Markts vom zu eng gewordenen Marienplatz hierher zu verlegen. Der Name stammt von einem gelehrten Latinismus jener Zeit: „victualia“, Lebensmittel.
1Ein geretteter Markt
Heute umfasst er rund 22.000 Quadratmeter und hat mehr als hundert feste Stände: Obst, Käse, Metzger, Fisch, Gewürze, Bäcker und Blumen. Nach den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs gab es Pläne, auf dem wertvollen Grundstück Hochhäuser zu bauen, doch die Stadt beschloss, den Markt wieder aufzubauen. Im August 1948, mitten in der großen Not, bewarfen über die Preise empörte Münchner die Händler schließlich mit ihren eigenen Waren, eine Episode, die als „Eierschlacht“ in Erinnerung blieb.
2Maibaum und Biergarten
Den Maibaum stiften die großen Münchner Brauereien, und er wird von Zeit zu Zeit erneuert. Die Figuren an seinen Seiten zeigen Handwerke und Szenen aus dem bayerischen Leben. An seinem Fuß hat der Biergarten ein sehr münchnerisches Problem gelöst: Um keine Brauerei zu bevorzugen, wechselt das Bier reihum zwischen den Brauereien der Stadt, und ein Schild am Ausschank verrät, welches gerade angezapft ist.
Man kommt zum Einkaufen hierher, aber auch, um sich mit einer Mass und einer Brotzeit hinzusetzen.
Über den Markt verteilt stehen sechs Brunnen für Münchner Volkssänger und Komiker, darunter der von Karl Valentin aus dem Jahr 1953 und der seiner Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt.
3Worauf du achten solltest
- Die Figuren am Maibaum, jede mit ihrem eigenen Handwerk.
- Der Karl-Valentin-Brunnen, ein dürrer Mann mit langer Nase, oft mit Blumen in der Hand.
- Die Heilig-Geist-Kirche, die den Markt im Norden abschließt.
Belegt
Der Markt kam 1807 auf königliche Anordnung hierher; er umfasst rund 22.000 m², und seit 1962 stiften die Münchner Brauereien den Maibaum.
Quellen und Nachweise
Landeshauptstadt München, offizielle Website des Viktualienmarkts; Münchner Stadtmuseum; deutschsprachige Wikipedia, „Viktualienmarkt“.
Fotos:
- Stände auf dem Viktualienmarkt, im Hintergrund der weiß-blaue Maibaum: Strubbl, CC BY-SA 4.0.
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