Heute ist dieser Park eine der lebendigsten Ecken von Chinatown: Basketballfelder, Partien von Xiangqi, dem chinesischen Schach, und Anwohner, die im Morgengrauen Tai-Chi üben. Schwer vorstellbar, dass hier das Herz des berühmtesten und meistgefürchteten Viertels des New York des 19. Jahrhunderts lag: Five Points.

1Fünf Ecken

Der Name stammte von einer Kreuzung dreier Straßen, die fünf Ecken bildeten, am Südwestende des heutigen Parks. Auf dem absinkenden Boden des alten Collect Pond stapelten sich Mietskasernen, in denen irische Einwanderer, freie Afroamerikaner und später Italiener und Chinesen unter brutalen Bedingungen lebten.

2Dickens, Banden und ein Film

1842 durchstreifte Charles Dickens das Viertel unter Polizeischutz und beschrieb es voller Entsetzen in seinen „American Notes“. Es gab Banden mit Namen wie die Dead Rabbits, die im Juli 1857 in einem der schwersten Aufstände jener Zeit gegen die Bowery Boys kämpften. 1928 trug Herbert Asbury diese Geschichten zusammen, Tatsachen vermischt mit Übertreibungen, in „The Gangs of New York“, das Martin Scorsese 2002 verfilmte.

Five Points war auch ein Schmelztiegel: In seinen Tanzlokalen mischten sich irische Jigs mit afroamerikanischen Rhythmen.

Ende des 19. Jahrhunderts prangerte der Fotograf und Journalist Jacob Riis die Zustände in der sogenannten Mulberry Bend in „How the Other Half Lives“ (1890) an. Seine Kampagne trug dazu bei, dass die Mietskasernen abgerissen wurden und dieser Park 1897 eröffnete.

3Worauf du achten solltest

  • Der Steinpavillon mit Bögen, eines der ältesten Elemente des Parks.
  • Die Kurve der Mulberry Street, die „Mulberry Bend“, die Riis fotografierte.
  • Die Gerichtsgebäude an der Centre Street, über einem Teil des alten Viertels errichtet.

Belegt

Five Points war das ärmste und am dichtesten besiedelte Viertel Manhattans im 19. Jahrhundert; Dickens besuchte es 1842, und der Park eröffnete 1897 nach dem Abriss der Mulberry Bend.

Mündliche Überlieferung

Viele der Bandengeschichten, die Herbert Asbury und die Filme verbreitet haben, sind übertrieben oder erfunden.

Quellen und Nachweise

Tyler Anbinder, „Five Points“ (2001); Charles Dickens, „American Notes“ (1842); Jacob A. Riis, „How the Other Half Lives“ (1890); NYC Parks, Columbus Park history page.

Fotos:

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