Vor dir steht La Compañía, die meistfotografierte Kirche Quitos. Ihre Fassade ist ein Teppich aus Stein, ihr Inneres eine Schatulle aus Gold. Ein reisender Jesuit des 18. Jahrhunderts, Bernardo Recio, nannte sie eine „Glut aus Gold“, und der Beiname blieb.
1Hundertsechzig Jahre Bauzeit
Die Jesuiten kamen 1586 nach Quito, und die Kirche brauchte mehr als anderthalb Jahrhunderte bis zur Vollendung. Vorbild war Il Gesù in Rom, die Mutterkirche des Ordens. Europäische Architekten arbeiteten Seite an Seite mit indigenen und mestizischen Handwerkern aus Quito. Die Fassade wurde 1722 begonnen und erst 1765 fertig.
Zwei Jahre später, 1767, vertrieb König Karl III. die Jesuiten aus allen seinen Herrschaftsgebieten. Viele ihrer Werke wurden versteigert oder nach Spanien verschifft, doch das Gebäude blieb stehen.
2Ein Inneres aus Gold
Drinnen sind Altäre, Säulen, Gewölbe und Kanzel mit Blattgold auf geschnitztem Holz überzogen. Die geometrischen Muster an den Pfeilern erinnern an die Mudéjar-Kunst.
Oft heißt es, im Innern stecken sieben Tonnen Gold, doch für diese Zahl gibt es keinen Beleg: Das Gold ist eine hauchdünne Folie, und der wahre Wert liegt in der Arbeit der Handwerker.
Die Kirche hat Erdbeben überstanden, etwa das von 1868, nach dem der halbe Glockenturm abgerissen werden musste, und einen Brand 1996, nach dem ein Teil eines Altars mit Hilfe der UNESCO wiederaufgebaut wurde.
3Worauf du achten solltest
- Die sechs salomonischen Säulen des Portals, inspiriert von Berninis Säulen im Petersdom.
- Der Andesit, ein Vulkangestein aus der Gegend.
- Die Kuppel über der Vierung, mit ihrer Laterne.
Belegt
Die Jesuiten kamen 1586 nach Quito, die Fassade von La Compañía entstand zwischen 1722 und 1765, und der Orden wurde 1767 vertrieben; das Innere ist mit Blattgold überzogen.
Mündliche Überlieferung
Die Angabe von sieben Tonnen Gold im Innern ist eine weit verbreitete Behauptung ohne verlässliche Quelle.
Quellen und Nachweise
Fundación Iglesia de la Compañía de Jesús de Quito; José María Vargas, «Historia del arte ecuatoriano»; UNESCO, Eintrag «City of Quito».
Fotos:
- Gemeißelte Fassade aus Vulkangestein der Kirche La Compañía de Jesús: Ymblanter, CC BY-SA 4.0.
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