Tritt an das Glas an der Ecke heran. Dieser dunkle Stamm, gut zwei Meter hoch, ist mit Tausenden von Nägeln übersät. Das ist der Stock im Eisen und einer der ältesten Gegenstände der Stadt.
1Was die Wissenschaft sagt
1975 wurden seine Jahresringe untersucht: Es ist eine Fichte, die um 1400 zu wachsen begann und um 1440 gefällt wurde. Einige Nägel sind teilweise vom Holz überwachsen, wurden also eingeschlagen, als der Baum noch lebte. Eine Urkunde von 1533 erwähnt ihn bereits, und 1575 erneuerte der Hausbesitzer, wahrscheinlich ein gewisser Hans Buettinger, das Eisenband mit seinem Vorhängeschloss. Es ist ein Scheinschloss: Es hat keinen Mechanismus zum Öffnen.
2Was die Sage sagt
Die bekannteste Fassung erzählt von einem Schlosserlehrling, der dem Teufel seine Seele verkaufte, damit er ein Schloss schmieden konnte, das sich nie öffnen ließ. Eine andere behauptet, der Teufel selbst habe den Stamm mit Eisen umwunden. Seit dem 18. Jahrhundert schlugen Handwerksgesellen, die nach Wien kamen, hier für ihren Aufenthalt einen Nagel als Glücksbringer ein, ein Brauch, der den Stamm in ganz Europa berühmt machte.
Niemand weiß, warum man ihn zuerst benagelt hat. Die gängigste Theorie ist eine Votivgabe, so wie man heute eine Münze in einen Brunnen wirft.
1944 versteckte ihn ein Hausmeister, um ihn vor dem Krieg zu retten, und 1951 kehrte er an seinen Platz zurück.
3Worauf du achten solltest
- Das Eisenband mit dem Vorhängeschloss und den eingravierten Initialen.
- Die Dichte der Nägel: Kaum noch Holz ist zu sehen.
- Der Dom, gespiegelt in der Glasfront des gegenüberliegenden Haas-Hauses.
Belegt
Die Jahrringdatierung setzt den Baum um 1400–1440 an; 1533 wird er erwähnt, 1575 wurde das Eisenband erneuert, und das Vorhängeschloss hat keinen Mechanismus.
Mündliche Überlieferung
Der Pakt des Schlossers mit dem Teufel und der vom Teufel umbundene Stamm sind Sagen ohne historische Grundlage.
Quellen und Nachweise
Wien Geschichte Wiki, Eintrag „Stock im Eisen“; Wikipedia, „Stock im Eisen (Wien)“; Gustav Gugitz, „Die Sagen und Legenden der Stadt Wien“ (1952).
Fotos:
- Der mit Nägeln übersäte Stock im Eisen in seinem Glaszylinder an der Ecke des Palais Equitable: Thomas Ledl, CC BY-SA 3.0 at.
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